Wetterwechsel : Was tun bei Gewitter?

Wenn die Luft schwülwarm ist, sind Blitz und Donner im Anmarsch. Foto: dpa
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Wenn die Luft schwülwarm ist, sind Blitz und Donner im Anmarsch. Foto: dpa

Nicht selten fällt ein geplanter Ausflug an der frischen Luft sprichwörtlich ins Wasser. Wenn jedoch auch Blitz und Donner dabei sind, kommt es auf das richtige Verhalten an.

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21. Juni 2013, 07:22 Uhr

Hamburg | Man hat sich gerade auf das Fahrrad geschwungen und freut sich auf eine entspannte Tour - doch schon grummelt es in der Ferne. Wenig später zucken die ersten Blitze. Wenn es zum Umkehren nicht mehr reicht, hilft nur noch eins: Sich so schnell wie möglich in Sicherheit bringen. Doch wie kann man sich vor einem Blitzeinschlag schützen?
Laut Experten ist die Chance, von einem Blitz getroffen zu werden, sehr gering. Ein Lottogewinn wäre da wahrscheinlicher. Doch trotzdem sind die Auswirkungen von einem Blitzeinschlag nicht zu unterschätzen. Wenn kein Haus oder Auto in der Nähe ist, sollte man sich nicht hinlegen, sondern in die Hocke gehen: Dabei die Arme eng an den Körper legen, die Beine zusammen stellen und den Kopf vornüber beugen. Eine andere Möglichkeit ist es, sich in eine Mulde zu hocken und die Beine mit den Armen zu umklammern. Der Regenschirm sollte zur Seite gelegt werden, auch wenn die Frisur darunter leidet. Durch die Metallstange wird nämlich der Strom schnell weitergeleitet und das kann zu massiven Verbrennungen führen. Auch von Handys, Fahrrädern und Wanderstöcken sollte Abstand genommen werden.

Felder und Wiesen bei Gewitter verlassen

Wichtig ist auch, Masten und Türme zu meiden - schließlich schlagen Blitze oft in freistehende hohe Gebäude ein. Um nicht selbst die höchste Stelle zu sein, raten Experten, Felder und Wiesen bei Gewitter zu verlassen. Sich unter einem Baum unterzustellen, sei ebenfalls keine gute Idee. Durch einen Einschlag könne nämlich die Spannung überschlagen oder abbrechende Äste herunter fallen.
Für Sportler gilt: Runter vom Fahrrad oder Motorrad und raus aus dem Wasser. Weglaufen ist jedoch nicht sinnvoll, denn wenn ein Blitz auch nur einige Meter entfernt einschlägt, kann er noch lebensgefährlich sein. Sind zudem beide Füße weit voneinander entfernt, wenn man einen Schritt macht, gibt es einen Spannungsunterschied und es fließt Strom. Wenn man sich jedoch dringend fortbewegen muss, wird Hüpfen mit geschlossenen Beinen empfohlen.

Golfer mit Schläger sind bei Blitzeinschlag gefährdet

Der Deutsche Wetterdienst rät, schnell Schutz zu suchen, wenn zwischen Blitz und Donner 30 Sekunden liegen. Pro Sekunde sei das Gewitter noch 340 Meter entfernt. Bei einem Abstand unter drei Sekunden, also unter einem Kilometer Entfernung - kann jederzeit ein Blitz einschlagen. Viele Unfälle und Todesfälle passieren, weil Menschen zu spät Schutz suchten.
Besonders Sportler sind oft betroffen. Golf spielen ist besonders gefährlich bei Gewitter. Jeder fünfte Blitztote stirbt dabei durch einen Einschlag in den Schläger. Dabei wird durch die enorme Stromstärke über den Widerstand des Körpers eine so hohe Spannung aufgebaut, dass der Blitz den Abstand zum Boden überbrücken kann und nur über die Körperhülle rast. Doch nicht nur beim Golf, auch beim Reiten ist das Risiko groß. Experten erklären, dass man zum einen auf dem "hohen Ross" sehr exponiert für den Blitz sitzt und zum anderen hat das Pferd eine sehr große Schrittspannung. Ein Lottogewinn ist also wesentlich sicherer - und wahrscheinlicher.

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