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Erste Untersuchung : Vorsorge von klein auf

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Durch die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 können zahlreiche Krankheiten und Fehlbildungen rechtzeitig erkannt und therapiert werden.

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erstellt am 01.Mai.2013 | 11:00 Uhr

Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto vielversprechender ist deren Behandlung. Deshalb ist die Früherkennung von Erkrankungen und Defiziten durch den Kinder- und Jugendarzt enorm wichtig, um früh eine entsprechende Therapie einleiten zu können. Die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 begleiten aus diesem Grund den Lebensweg eines Kindes.

U1 (direkt nach der Geburt): Der Allgemeinzustand des Neugeborenen wird geprüft um mögliche Defekte, die ein sofortiges Handeln erfordern, aufzudecken. Unter anderem werden Herz und Lunge auf Herzfehler oder Atmungsanomalien abgehört sowie Augen, Ohren und Mund betrachtet und Wirbelsäule und Genitalien untersucht.

U2 (2.-10. Tag): Diese Vorsorgeuntersuchung wird oft noch in der Klinik durchgeführt. Hier werden Haut und Organe, sowie die Gelenkbeweglichkeit und das Reflexverhalten untersucht. Zudem wird das Sehvermögen beurteilt und nach Auffälligkeiten bei Haltung und Motorik geschaut. Angeborene Krankheiten des Stoffwechsels oder der Schilddrüse können schon erkannt werden. In der Regel informiert der Arzt während dieser Untersuchung auch über Rachitis- und Karies-Prophylaxe.

U3 (4.-5. Woche): In diesem Stadium können zahlreiche Krankheiten und Fehlbildungen erkannt werden. Es erfolgt eine Beurteilung der Hüftgelenkentwicklung sowie der neurologischen Entwicklung, Auffälligkeiten beim Essen, Trinken und dem Stuhlgang. Der Kinder- und Jugendarzt gibt eine erste Impfberatung.

U4 (3.-4. Monat): Hauptbestandteil der Vorsorge ist die Überprüfung von normalem Seh- und Hörvermögen und der zeitgerechten Sprachentwicklung. Eventuell verabreicht der Arzt eine zweite Impfung, wenn die ersten in der neunten Woche erfolgten.

U5 (6.-7. Monat): Erneut werden das Seh- und Hörvermögen und die Sprache untersucht. Im Fokus der Betrachtung steht auch die soziale Interaktion zwischen Säugling und Eltern.

U6 (10.-12. Monat): Der Entwicklungsstand des Kindes wird eingeschätzt. Die Feinmotorik und der sozialen Kontakte werden geprüft und es folgen weitere Tests zum Hör- und Sehvermögen. Gegebenenfalls wird eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung und Hepatitis B verabreicht sowie weitere Impfungen gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken.

U7 (21.-24 ): Monat. Der Kinder- und Jugendarzt beurteilt die Sprach- und Hörentwicklung, die motorischen Fähigkeiten und das Sozialverhalten. Alle Impfungen die noch ausstehen können gegeben werden. U7a: 34.-36. Monat. Wesentlicher Bestandteil dieser Untersuchung ist das Erkennen und Behandeln von allergischen Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen sowie Zahn-, Mund- und Kieferanomalien.

U8 (46.-48. Monat): Im Mittelpunkt steht die Überprüfung der Beweglichkeit, des Wachstums und der geistigen Entwicklung. Untersucht werden unter anderem mögliche orthopädische Probleme, die Feinmotorik, das Konzentrations- und Wahrnehmungsvermögen und das Ein- und Durchschlafverhalten. Es erfolgt ein erneuter Test des Sprach- und Hörvermögens.

U9 (60.-64. Monat): Diese Untersuchung findet im Jahr vor der Einschulung statt und ist deshalb besonders wichtig. Das Kind wird auf mögliche Störung der Wahrnehmung und Motorik untersuchen um bei Bedarf eine entsprechende Therapie zu empfehlen. Bestandteil ist auch eine umfassende Überprüfung der sozialen und sprachlichen Fähigkeiten sowie verschiedene Seh- und Hörtests.

U10 (7-8 Jahre): Im Vordergrund steht das Erkennen von Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel Lese-Rechtschreib-Störung, Verhaltensstörungen wie ADHS oder Störungen der motorischen Fähigkeiten.

U11 (9-10 Jahre): Insbesondere Schulleistungsstörungen werden untersucht. Auch das Erkennen und die Behandlungseinleitung von Zahn-, Mund- und Kiefernanomalien, Sozialisations- und Verhaltensstörungen und einem gesundheitsschädigendes Medienverhalten sind Teil der Untersuchung.

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