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Vom Kellerloch zum Schmuckstück: Die Souterrain-Wohnung einrichten

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Oldenburg (dpa/tmn) - Kalte Böden, wenig Tageslicht und niedrige Decken: Was Bewohner in Souterrain-Wohnungen erwartet, ist selten komfortabel. Doch mit kleinen Tricks werden die Domizile im Halbkeller-Geschoss wohnlich.

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erstellt am 27.Mai.2013 | 11:33 Uhr

Oldenburg (dpa/tmn) - Kalte Böden, wenig Tageslicht und niedrige Decken: Was Bewohner in Souterrain-Wohnungen erwartet, ist selten komfortabel. Doch mit kleinen Tricks werden die Domizile im Halbkeller-Geschoss wohnlich.

Souterrain-Wohnungen gehören nicht zu den attraktivsten Immobilien. Sie haben häufig kleine Fenster und niedrige Decken. Wenig Tageslicht erhellt die Räume. Doch in vielen Städten ist Wohnraum teuer ? da kann das Domizil im Souterrain zur bezahlbaren Option werden. Die gute Nachricht: «Mit einigem Aufwand ist es möglich, auch aus einer solchen Wohnung ein Schmuckstück zu machen», sagt die Inneneinrichterin Katharina Semling aus Oldenburg.

Die Diplom-Designerin hat erst kürzlich eine Musterwohnung im Souterrain eingerichtet. «In Souterrain-Räumen waren früher die Küche und die Wirtschaftsräume untergebracht», sagt sie. «Es wurde gekocht, Lebensmittel eingelagert - aber ursprünglich nie gewohnt.» Daraus ergebe sich der niedrige Komfort in Form von zu kleinen Fenstern und fußkalten Böden.

Das vorhandene Licht gut zu nutzen, sei die wichtigste Maxime beim Einrichten, findet die Architektin Janin Pröpper aus Hannover. «Vor dem Fenster Büsche zu pflanzen oder innen dicke Vorhänge anzubringen, ist absolut kontraproduktiv», sagt sie. Anstatt Gardinen sollte man nur Plissees verwenden und leichte, dekorative Schals an den Seiten aufhängen, empfiehlt Semling. Manchmal könnten auch geschickt angebrachte Spiegel die «Brutto-Sonnenausbeute» enorm verbessern. Sie reflektieren das Sonnenlicht vom Fenster in die Tiefe der Räume.

Pröpper rät, die Wände in hellen Tönen wie Gelb oder Weiß zu streichen. «Wer dann noch ein oder zwei Flächen in eine knallige Farbe taucht, kann damit Akzente setzen.» Pastellfarben seien nicht sinnvoll, da diese in den dunklen Räumen gar nicht wahrgenommen werden. Die Tür und Fensterlaibungen sollte man weiß streichen, sagt Semling. «Das wirkt wie ein Strahlenkranz.»

Beim Fußbodenbelag sei es ratsam, auf dunkle Töne zu verzichten, sagt Ursula Geismann, Wohnexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef bei Bonn. Besser seien Laminat, helle Dielen oder Teppiche in freundlichen Farben. Zusätzlich sei es aber unabdingbar, die Souterrain-Wohnung gut auszuleuchten.

Pröpper rät zu Flutern, die nach oben strahlen. «Die Decke soll zum Lichtkörper werden», erklärt die Architektin. Sie empfiehlt viele kleine Lichtinseln zu gestalten, die sich gegenseitig ergänzen. Möbel könnten indirekt beleuchtet werden. Ein besonderer Clou sei es, Lichtwände als Raumtrenner zu verwenden. So könne man beispielsweise Wohn- und Essbereich durch eine hüfthohe Rigipswand abgrenzen, die von innen beleuchtet und mit Stoff bezogen sei.

Möbel sollten in einer Souterrain-Wohnung aufgrund der oft niedrigen Decke die Vertikale betonen, sagt Semling. Dazu sei alles geeignet, was entweder schmal und hoch oder besonders niedrig ist. «Die optische Täuschung muss unterstützt werden», sagt Semling. Bei eher flachen Möbeln sei der Abstand zur Decke größer, somit wirke diese höher. Sehr schlanke, eher hohe Möbel bieten einen Ausgleich zu der starken Horizontalen des Raumes.

Geismann rät zu Side- oder Lowboards unter den Fenstern. So verschenke man die Wand darunter nicht. «Die Einrichtungsgegenstände vor den Fenstern dürfen aber auf keinen Fall so hoch sein, dass sie Schatten werfen.» Die Möbel sollten helle Töne haben, Bezüge nicht zu große Muster.

Semling betont, dass man den «Kellercharme» der Räume positiv nutzen sollte. «Was man nicht ändern kann, muss man eben mit einbinden», ist ihre Divise. Sichtbare Rohre unter der Decke werden weiß gestrichen. An den Wänden dürfe der Backstein herausschauen.

Ein großer Nachteil sei der häufig kalte Boden. Da es sich ohnehin empfehle, diesen auszuheben, um etwas mehr Höhe zu gewinnen, könne man direkt eine ordentliche Dämmung einbringen, sagt Semling. Eine sogenannte Auskofferung des Bodens sei allerdings extrem kostspielig. «Prima ist auch eine Fußbodenheizung», sagt Semling. Dicke Holzdielen und Kork seien zudem ein guter Schutz gegen Kälte.

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