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Osteoporose : Volkskrankheit Knochenschwund

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Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Skelett-Erkrankung Osteoporose. Das Problem: Viele wissen nichts davon.

Osteoporose (auch als Knochenschwund bezeichnet) ist eine Volkskrankheit. "Osteoporose ist bei alten Menschen fast so häufig der Grund für Knochenbrüche wie Unfälle", erklärt Dr. Christoph Stahl, Orthopädie-Chefarzt des Flensburger Diakonissen-Krankenhauses. Allerdings könnten "viele unnötige Frakturen" durch eine entsprechende Vorbeugung vermieden werden.
Nach der Diagnose Osteoporose gebe es verschiedene Therapiemöglichkeiten wie zum Beispiel den Kalziumspiegel auf optimaler Höhe halten, die Einnahme von Vitamin D3 und spezifischer Medikamente wie beispielsweise ein Bisphosphonat (Alendronsäure). Wichtig sei laut Stahl aber auch, durch regelmäßige körperliche Aktivität die Muskelkraft zu erhalten. "Empfehlenswert sind vor allem Spaziergänge, Fahrrad-Touren und eine spezielle Osteoporose-Gymnastik."
Alkohol, Nikotin und Kaffee begünstigen den Knochenschwund
Daneben fördere Sonnenlicht die Vitamin-D-Produktion der Haut. Besonders im Alter müsse auf eine ausreichende und ausgewogene Ernährung geachtet werden. Denn zu den Risikofaktoren, besonders bei Frauen ab 50 Jahren, zähle vor allem Untergewicht. Weitere wichtige Faktoren: häufiges Auftreten der Erkrankung in der Familie, Alkohol- und Nikotinkonsum, Medikamente wie beispielsweise eine Kortisontherapie, hormonelle Veränderungen wie die Wechseljahre und Stoffwechselstörungen. Stahl: "Auch der Genuss von Kaffee, schwarzem Tee und Cola sollte minimiert werden."
Von den fast acht Millionen Osteoporose-Patienten seien nur 1,5 Millionen untersucht, verdeutlicht Dr. Thorsten Lange, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, die Größe der Dunkelziffer. Die größte Gefahr liege in der Tatsache, dass die Krankheit bei vielen unerkannt bleibe. Lange: "So kann sie voranschreiten, ohne dass etwas unternommen wird. Betroffene bemerken oft zunächst selbst lange nicht, dass sich ihre Knochendichte in erheblichem Maße verändert." Hier kann der Knochenschwund nur erkannt werden, wenn die Knochendichte vom Arzt gemessen wird. Wenn allerdings wegen der verminderten Knochenmasse Verformungen und Frakturen auftreten, kommen die Schmerzen.
Die teuerste Volkskrankheit in Deutschland
Da Osteoporose bei älteren Menschen häufig zu Schulter-, Handgelenks-, Becken- und Oberschenkelhalsbrüchen führe, sei sie eine der wichtigsten und fürs Gesundheitswesen auch teuersten Volkskrankheiten. "Die Folgen der Brüche können sehr ernsthaft sein und durch Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung oder Lungenembolie zum Tod führen", sagt Lange. Osteoporosebedingte Wirbelbrüche führten häufig zu einer Einschränkung der Lebensqualität, da sie oft mit erheblichen Schmerzen verbunden sei.
Minimal-invasive Verfahren ("Schlüsselloch-Chirurgie") unter Röntgenkontrolle, wie beispielsweise die Zementfüllung von Wirbelkörpern, zeigten jedoch sehr gute Ergebnisse, die Komplikationsrate liege bei unter einem Prozent. "Bis zu 95 Prozent der Patienten berichten über einen deutlichen Rückgang der Schmerzen", sagt Lange. Auch wenn die Krankheit besonders Ältere trifft, mahnen Lange und Stahl: "In jeder Lebensphase können Menschen mit einem gesunden und aktiven Lebensstil dazu beitragen, Osteoporose vorzubeugen."
Gelenkspiegelung - Operation durch das Schlüsselloch
Die schonendste Operationsmethode am Gelenk ist die Gelenkspiegelung oder Arthroskopie. Man spricht häufig von einer "Operation durch das Schlüsselloch". Durch einen etwa fünf Millimeter langen Hautschnitt wird eine dünne Sonde mit Minikamera eingeführt, so dass das gesamte Gelenk bis ins kleinste Detail betrachtet werden kann. "Mit einer zweiten Sonde können wir kleine Miniatur-Instrumente einführen", erklärt Dr. Christoph Stahl. "Es sind in der Regel nach der Operation also nur zwei etwa fünf Millimeter große Einstichstellen am Knie zu sehen."
Mit speziellen Instrumenten und motorbetriebenen Mini-Fräsen ließen sich Schäden am Knorpel und an den Menisken behandeln. Meist muss das Gelenk während des Eingriffs kontinuierlich gespült werden. Es wird sozusagen unter Wasser operiert. "Mit der Spülung entfernen wir auch kleine Knorpelstückchen, dies kann bereits eine Verminderung der Schmerzen bewirken", sagt Stahl. Arthroskopische Operationen kommen auch im schmerzenden und in der Bewegung eingeschränkten Schultergelenk zum Einsatz. Stahl: "Mit einer möglichst sparsamen Entfernung einengender Strukturen können wir zum Beispiel die Gleitfähigkeit von Sehnen wieder herstellen."
Da es sich bei der Arthroskopie um einen minimal-invasiven, komplikationsarmen Eingriff handele, werden die meisten arthroskopischen Operationen heute ambulant durchgeführt, so Stahl weiter. Der postoperative Schmerz sei meist gering und die Arbeitsunfähigkeit von kurzer Dauer. "Direkt am Folgetag sollte der Patient mit physiotherapeutischen Übungen beginnen, um schnell die ursprüngliche Funktionstüchtigkeit wieder aufzubauen."

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erstellt am 14.Apr.2012 | 02:19 Uhr

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