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Archäologie : Vision eines Propheten: Skurrile Schatzsuche in Indien

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Indiens staatliche Archäologen haben mit der Suche nach einem Goldschatz begonnen, nachdem ein selbsternannter Prophet von 1000 Tonnen des Edelmetalls unter einer alten Festung geträumt haben will.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 13:51 Uhr

Ein zehnköpfiges Team habe am Freitag tatsächlich angefangen zu graben, sagte Vijay Kiran, der Chefbeamte des Distrikts Unnao im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

Shobhan Sarkar, der sich als hinduistischer Heiliger begreift und in der Region viele Anhänger hat, schrieb vor ein paar Wochen einen Brief an Premierminister Manmohan Singh. Darin erzählte er von seiner Vision, wie die indischen Nachrichtenagentur IANS berichtete. Demnach erschien ihm der König Raja Rao Ram Bux Singh aus dem 19. Jahrhundert und trug ihm auf, den versteckten Schatz zu bergen. Dann sollte er ihn der Regierung übergeben, um die derzeitige Wirtschaftskrise des Landes zu beenden.

In Indien ist der Glaube an Heilige, spirituelle Gurus und übernatürliche Kräfte weit verbreitet. Zahlreiche dieser religiösen Führer haben hinduistische Sekten gegründet, sie werden in Tempeln verehrt oder geben in TV-Sendungen skurrile Ratschläge. Am Freitag versammelten sich Tausende Anhänger von Shobhan Sarkar zum rituellen Gebet vor dem Spatenstich rund um die heruntergekommene Festung.

Unter ihnen war auch der Parlamentsangehörige Bhakt Charan Das, der zu den Verehrern des beliebten Propheten gehört, und auf dessen Betreiben die offizielle archäologische Ausgrabung begann. Laut der Zeitung «Hindustan Times» wurden bei vorläufigen Untersuchungen an der Stelle tatsächlich Spuren von Gold in 15 bis 20 Metern Tiefe gefunden.

Doch es gibt auch Zweifler. Der Herrscher habe nur ein winziges Reich besessen, erklärte D.P. Tiwari, der frühere Leiter der Archäologischen Fakultät der Universität von Lucknow, der Agentur IANS. «Er war kein großer König, und deswegen ist es unwahrscheinlich, dass solch ein riesiges Goldvorkommen hier gefunden werden kann.»

Mittlerweile beschäftige sich sogar der oberste Gerichtshof mit dem Fall, berichtete der Nachrichtensender NDTV. Die Richter hörten die Verfasser einer Petition an, die die Überwachung der Ausgrabung anmahnt. Schließlich solle das Gold nicht heimlich verschwinden. Die Ausgrabung wird per Kamera überwacht. Laut NDTV wäre der Goldschatz, wenn er denn gefunden würde, umgerechnet etwa 29 Milliarden Euro wert.

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