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Vier Kliniken, ein Ziel: der Kampf gegen Brustkrebs

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erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Einen "Fall Angelina Jolie" wird es beim Holsteinischen Brustzentrum (HBZ) nicht geben. Vorsorgliche Brustamputationen wie bei der US-Schauspielerin gehören nicht zum Behandlungsspektrum des an vier Standorten im mittleren Schleswig-Holstein vertretenen Netzwerks. Wohl aber die Betreuung von Patientinnen und in etwa einem Prozent der Fälle auch von Männern, bei denen der Brustkrebs bereits ausgebrochen ist. In diesem Monat feiert das HBZ zehnjähriges Bestehen.

Gegründet wurde das Holsteinische Brustzentrum am 12. Mai 2003 mit den Frauenkliniken in Rendsburg, Heide, Itzehoe und Neumünster als "Netzwerk gegen den Brustkrebs". Seitdem hat sich der Vierer-Verbund zum größten dezentralen Brustzentrum Deutschlands entwickelt. Rund 5000 neu erkrankte Patienten wurden behandelt. "Solche Zahlen erreichen in der Regel nur große universitäre Zentren", sagt Prof. Dr. Oliver Behrens, HBZ-Geschäftsführer und Chefarzt der Rendsburger Frauenklinik. Ziel des Zusammenschlusses sei gewesen, in der ländlich geprägten Region die gleiche Behandlungsqualität wie in Großstädten und Ballungszentren zu bieten. Dieses Ziel sei erreicht worden, so Behrens. Hohe Fallzahlen, der regelmäßige Erfahrungsaustausch zwischen den Medizinern und die gemeinsame Nutzung medizinischer Geräte sorgten für optimale Voraussetzungen wie in den Brustkrebszentren der Großstädte wie Kiel und Hamburg.

Die Zahl der sogenannten Brustkrebs-Primärfälle, also der neu Erkrankten, steigerte sich im Brustzentrum kontinuierlich. Waren es anfangs rund 350 Patienten, die im HBZ therapiert wurden, lagen die Jahreszahlen klinikübergreifend zuletzt bei 550. "Etwa 25 Prozent aller Neuerkrankungen in ganz Schleswig-Holstein kommen zu uns", sagt Dr. Thomas Kunz, Chefarzt der Frauenklinik am Westküstenklinikum (WKK) Heide.

Alle Behandlungsschritte und die personelle Betreuung der Patientinnen sind in allen Kliniken identisch und standardisiert. Einmal pro Woche trifft sich ein rund 20-köpfiges Expertenteam aus allen vier Standorten per Videoschaltung zu einer Tumorkonferenz. "Dort werden alle Therapie-Entscheidungen getroffen", sagt Behrens. Darüber hinaus gebe es eine enge Verzahnung zwischen den Krankenhäusern und den außerklinischen Behandlungspartnern, die über Kooperationsvereinbarungen in das Brustzentrum eingebunden seien. "Durch dieses Netzwerk ist eine optimale Betreuung von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge garantiert." Auch der medizinische Erfolg kann sich sehen lassen: 85 Prozent der Patientinnen blieben in einem Zeitraum von fünf Jahren nach der Behandlung gesund. Darüber hinausgehende Erhebungen gibt es noch nicht.

Die Qualität der Behandlung am HBZ wird regelmäßig von unabhängigen Fachleuten überprüft. Mit Stolz verweisen die Verantwortlichen auf eine Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Senologie und des Tüv Süd. Behrens: "Als erste Einrichtung dieser Art im Land wurde das HBZ bereits 2005 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert."

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