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Chefarzt der Kinderklinik : Viele Pläne für die jüngsten Patienten

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Der Hamburger Dr. Georg Hillebrand ist neuer Chefarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Itzehoe. Über seine Pläne klärt er uns im Interview auf.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 08:38 Uhr

itzehoe | Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin im Klinikum Itzehoe hat bewegte Zeiten hinter sich. Nun hat Dr. Georg Hillebrand (43) die Leitung für ein rund 60-köpfiges Team, darunter knapp 20 Ärzte, übernommen.
Herr Hillebrand, warum sind Sie von der attraktiven Stelle in Hamburg nach Itzehoe gewechselt?
Hillebrand: Am UKE war die Arbeit stark spezialisiert, im Wesentlichen fokussiert auf intensivmedizinische Versorgung seltener Erkrankungen. Für mich war es besonders reizvoll, dass wir hier eine Kinderklinik der Erstversorgung haben, die in der Mitte der Stadt und des Landkreises Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen mit Erkrankungen ist. Wir sehen hier die große Bandbreite der Kinderheilkunde, das macht die Arbeit abwechslungsreich.
Das gilt auch für die Jüngsten?
Ja, das ist der zweite Vorteil: Wir haben ein Perinatalzentrum der höchsten Stufe. Wir haben die personellen Voraussetzungen und die Ausrüstung, um auch sehr, sehr unreife Frühgeborene behandeln zu können. Das war mein Schwerpunkt in den letzten Jahren, und ich freue mich darauf, diesen Bereich der Kinderheilkunde hier zu stärken.
Welche Anforderungen sehen Sie für sich in dieser Klinik?
Zunächst gilt es, hier in Itzehoe die Neu- und Frühgeborenenmedizin auszubauen. Ich finde hier ein hervorragend ausgebildetes Team und eine gut ausgestattete Station vor, beides wollen wir kontinuierlich weiterentwickeln - und die aktuellsten Erkenntnisse in die Behandlung mit einfließen lassen. Es geht darum, für jedes Neugeborene genau das individuell richtige Maß an Therapie anzubieten - und immer so behutsam und zurückhaltend wie möglich.
Das gleiche Prinzip gilt für die anderen Gebiete der Kinderheilkunde. Genau so wichtig wird es sein, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter einen kollegialen, guten Umgangston vorfinden und dass wir jungen Ärzten eine fundierte Facharztausbildung bieten können. Ich glaube auch, dass wir in Zukunft auf den Nachwuchs in der Pflege, insbesondere in der Kinderkrankenpflege, besonderen Wert legen müssen.
Wie holt man die benötigten Fachkräfte nach Itzehoe?
Die Nähe zu Hamburg ist ein Vorteil, es gibt viele Kollegen, die gern in Kliniken wie dieser arbeiten, in denen das Team etwas kleiner ist, in denen die Wege zwischen den Menschen und den Abteilungen kürzer sind, die Patienten etwas näher, und in denen man eine größere Kollegialität erleben kann. Für diese Gruppe kann es hier ein besonders attraktiver Arbeitsplatz sein.
Gibt es Bereiche, die Sie intensivieren oder neu etablieren wollen?
Zunächst einmal wollen wir ein zuverlässiges Akutkrankenhaus für die Kinder der Stadt und des Kreises sein. Dann möchte ich die bereits vorhandenen Schwerpunkte stabilisieren: Wir haben eine große Ambulanz für pädiatrische Diabetes-Erkrankungen, die wir jetzt mit kompetentem Zugang aus Hamburg, Dr. Klaus-Peter Otto, noch ausbauen können. Wir haben eine Ambulanz für Neuropädiatrie. Am Klinikum besteht zudem die neue Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein großer Schwerpunkt für Kinder-Urologie und eine enge Zusammenarbeit mit den Kliniken für Chirurgie und Unfallchirurgie. Ein Gedanke ist, eine neue Sprechstunde für Kinder mit chronischen Bauchschmerzen und Erkrankungen des Magens und Darms anzubieten. Der weitere Schwerpunkt wird, wie gesagt, die Neu- und Frühgeborenenmedizin sein, die wollen wir auf jeden Fall stärken, gemeinsam mit der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie.
Hatten Sie bisher den Eindruck, dass die Kinderklinik unter dem mehr fachen Chef-Wechsel gelitten hat?
Der klinische Betrieb ist ja in vielen Aspekten gut weitergelaufen. Ein Problem war vielleicht, dass zum Teil medizinische Schwerpunkte geplant wurden, die auch schon durch niedergelassene Kollegen kompetent besetzt sind. Unsere eigentlichen Punkte sind eben die Neugeborenen-Versorgung, die intensivmedizinische Betreuung von sehr kranken Kindern und die stationäre Betreuung von Kindern mit unterschiedlichen Erkrankungen. Da sehen wir uns als Partner der Niedergelassenen.
Wie ist die Resonanz?
Sehr gut. Ich bin extrem nett empfangen worden, sowohl im Team hier als auch von den Niedergelassenen, die ich schon besucht habe. Es war vom ersten Tag an ausgesprochen positiv, ich fahre jeden Tag gern zur Arbeit. Es ist eine sehr spannende Zeit in meinem Leben.

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