Venenentzündung – besonders im Sommer eine Gefahr

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In der warmen Jahreszeit steigt das Risiko, dass sich oberflächliche Blutgefäße in den Beinen entzünden. Die Erkrankung sollte zügig behandelt werden.

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03. Juni 2015, 14:57 Uhr

Als „Kleine Schwester der Thrombose“ wird die Thrombophlebitis oft bezeichnet: eine Entzündung der oberflächlichen Venen, die meist in den Beinen auftritt. Dabei kann ein Blutgerinnsel (Thrombus) in der Vene Komplikationen machen. Im schlimmsten Fall löst es sich, wandert zur Lunge und löst eine Lungenembolie aus. In diesem Fall kann es lebensgefährlich werden. Daher sollte eine Venenentzündung zügig behandelt werden. Dr. Christiane Gebhardt (Foto), Leitende Ärztin der Abteilung Chirurgie und Gefäßchirurgie an der Klinik Fleetinsel in Hamburg, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Thrombophlebitis.



Welche Symptome treten bei einer oberflächlichen Venenentzündung auf?

Es kann Rötungen und Überwärmungen sowie Verhärtungen an der betroffenen Stelle geben. Häufig leiden die Betroffenen auch unter einem Druckschmerz.

Warum tritt die Thrombophlebitis vor allem im Sommer auf?

Durch die Hitze dehnen sich die Venen aus. Das Blut fließt langsamer und staut sich in den Beinen. Lange Auto- und Flugreisen verschärfen die Situation: Werden die Beine lange nicht bewegt, fließt das Blut noch langsamer. Dadurch kann sich leichter ein Blutgerinnsel bilden.


Welche Ursachen hat die Thrombophlebitis?

Häufig ist ein verlangsamter Blutfluss die Ursache, zum Beispiel bei Menschen, die unter Krampfadern leiden. Hier ist der Durchmesser der Vene durch eine Bindegewebsschwäche erweitert, sodass sich das Blut in der betroffenen Vene zurückstaut. So können sich die Blutplättchen, die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen, leichter zusammenballen. Es entsteht ein Blutgerinnsel. Manchmal ist eine Venenentzündung auch die Folge einer äußeren Verletzung der Vene, zum Beispiel durch einen Katheter.

Gibt es Risikofaktoren?

Ja, nach Operationen, bei längerer Bettlägerigkeit oder während der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel wie der Pille steigt die Gerinnungsbereitschaft des Bluts. Weiterhin tritt die Venenentzündung manchmal in Begleitung mit Tumorerkrankungen auf. Menschen, die zusätzlich noch rauchen, haben ein erhöhtes Risiko für eine Thrombophlebitis.

Wie wird die Erkrankung erkannt?

Eine oberflächliche Venenentzündung erkennt der Arzt oft schon auf den ersten Blick. Die betroffene Vene erscheint als roter, verdickter Strang auf der Hautoberfläche. Ein vorsichtiges Abtasten dieses Bereichs verursacht außerdem Schmerzen. Meist erfolgt auch eine Ultraschalluntersuchung. Bei einer Thrombophlebitis ist die Gefäßwand verdickt. Mithilfe einer Dopplersonografie kann der Blutfluss innerhalb des Gefäßes farblich dargestellt werden. Dadurch sind Strömungshindernisse wie ein Blutgerinnsel zu erkennen.

Wie wird therapiert?
Eine Venenentzündung wird mit entzündungshemmenden und kühlenden Salben behandelt. Wichtig ist, den Blutfluss anzuregen, also die Fließgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen. Dies erreicht man am besten mit einem Kompressionsverband beziehungsweise mit Kompressions-Strümpfen. Körperliche Bewegung wie regelmäßiges Gehen ist ebenfalls förderlich. Oft werden bei Venenentzündungen auch gerinnungshemmende Medikamente gespritzt oder als Tabletten gegeben. So kann die Entstehung einer Thrombose verhindert werden.

Wie lange dauert es, bis die Entzündung abgeklungen ist?
Das hängt von den individuellen Umständen ab. Eine Venenentzündung dauert in leichteren Fällen wenige Tage, in schwereren Fällen mehrere Wochen.

Kann man vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist körperliche Aktivität. Denn Bewegung bringt den Blutkreislauf in Schwung. Außerdem müssen vorliegende Venenerkrankungen wie Krampfadern unbedingt rechtzeitig behandelt werden. Krampfadern können heute sehr schonend entfernt werden. Langes Stehen oder Sitzen sollte vermieden werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt sich Fußgymnastik, um den Blutfluss in den Beinen anzuregen. Auf das Rauchen sollte man ebenfalls verzichten. Das gilt besonders für Frauen, die die Pille nehmen.

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