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Ernährung & Gesundheit

23. Oktober 2017 | 23:32 Uhr

Prostata : Ultraschall statt Operation

vom

Prostatakrebs wird meist mit Bestrahlung oder einer Operation behandelt. Eine schonendere Möglichkeit ist der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU).

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2013 | 01:47 Uhr

Itzehoe | Operation. Bestrahlung. Klassische Formen der Behandlung bei Prostatakrebs. Aber es geht auch schonender: Im Klinikum Itzehoe kommt der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) zur Anwendung. "Das HIFU-Verfahren eignet sich insbesondere für Patienten im frühen Krankheitsstadium und für solche, die nicht mehr operiert werden können oder wollen", sagt Dr. Wolfgang Höppner, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Klinikum Itzehoe. Als er es mit Oberarzt Dr. Dittmar Freiherr Grote 2003 in der Klinik einführte, waren sie einer der Vorreiter in Deutschland. Heute arbeiten mehr als 50 deutsche Krankenhäuser mit HIFU.
Dabei werden Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel gebündelt, ähnlich wie Sonnenstrahlen in einem Brennglas. Am millimeterfeinen Brennpunkt entstehen so Temperaturen von rund 90 Grad Celsius - das Prostatagewebe mit dem Tumor wird punktgenau "verkocht". Geeignet ist die HIFU-Methode in erster Linie für Patienten, bei denen der Tumor noch lokal begrenzt ist. So sei es eine Alternative zur vollständigen Entfernung der Prostata, sagt Höppner. Weiterer Vorteil: Behandlungen könnten wiederholt werden, das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen sei gering.
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Zudem seien fokale Behandlungen möglich, wenn genau bekannt ist, wo sich der Tumor innerhalb der Prostata befindet. Das allerdings erfordert eine genaue Diagnostik - mit der Fusionsbiopsie, die die Ergebnisse von MRT mit Live-Ultraschall kombiniert, hat Grote dazu gerade eine sehr moderne Methodik im Klinikum Itzehoe eingeführt.
Die HIFU-Behandlung erfolgt unter Vollnarkose, danach muss der Patient drei bis fünf Tagen im Krankenhaus bleiben. Seit 1996 wird sie in Deutschland eingesetzt, damit sei es aus medizinischer Sicht jung, so Grote. Um viele wissenschaftliche Daten zusammenzutragen, beteiligt sich das Klinikum an zwei deutschlandweiten Studien, die von den Universitäten Magdeburg und Regensburg geleitet werden. Eng werde auch mit der Charité in Berlin zusammengearbeitet. Grote. "Itzehoe ist zwar eine der ältesten Städte Holsteins, aber unsere Klinik ist auf der Höhe der Zeit."

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