Schmerzhafte Kinderkrankheit : Symptome, Arztbesuch und Hausmittel: Wenn das Kind eine Mittelohrentzündung hat

Insbesondere kleinere Kinder sind häufig von einer Mittelohrnentzündung betroffen. Dabei kann es auch zu Fieber kommen.

Insbesondere kleinere Kinder sind häufig von einer Mittelohrnentzündung betroffen. Dabei kann es auch zu Fieber kommen.

Was zu tun ist, wenn das Baby bzw. Kind Symptome einer Mittelohrentzündung zeigt.

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08. Februar 2020, 05:02 Uhr

Mittelohrentzündungen sind insbesondere bei Babys und Kleinkindern eine häufige Erkrankung. Da jedoch gerade kleine Kinder ihren Schmerz oft nicht richtig lokalisieren und zum Ausruck bringen können, ist eine Mittelohrentzündung für die Eltern nicht immer einfach zu erkennen. Nicht selten klagen Kleinkinder über Bauchschmerzen, obwohl ihnen die Ohren wehtun, schütteln den Kopf oder „jammern“. Spätestens wenn auch Fieber im Spiel ist oder sich das Kind ans Ohr fasst, sollten Eltern aufmerksam werden.

Der Gang zum Arzt: lieber einmal mehr als zu wenig

Insbesondere Eltern, deren Sprössling noch keine sechs Monate ist, sollten mit ihrem Säugling immer zum Arzt gehen. Der Besuch beim Doktor ist auch dann ratsam, wenn das Kind hohes Fieber (ab 39 Grad Celsius) hat und sich krank fühlt. Auch ein geschwächtes Immunsystem und wiederkehrende Mittelohrentzündungen sind Alarmsignale. Wurde das Kind gar bereits am Ohr operiert, sollte bei Verdacht auf Mittelohrentzündung der Arzt frühzeitig konsultiert werden.

Oft gibt es dann eine erste Entwarnung: „Eine akute Mittelohrentzündung kann zwar stark schmerzen, ist aber nicht unbedingt gefährlich und heilt meist in zwei bis drei Tagen von selbst wieder aus“, sagt Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband. In den meisten Fällen genüge es, für eine Linderung der Schmerzen zu sorgen. Eine Therapie mit Antibiotika sei in vielen Fällen nicht notwendig.

Mittelohrentzündungen sind bei Babys häufig nicht leicht zu erkennen.
Adobe Stock, lisalucia

Mittelohrentzündungen sind bei Babys häufig nicht leicht zu erkennen.

 

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) tritt meist in Zusammenhang mit einer Erkältung, Halsentzündung oder Grippe auf. Besonders Babys und Kleinkinder sind hierfür anfällig, weil bei ihnen die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr (Ohrtrompete) noch sehr kurz ist. „Viren oder Bakterien führen zu Schwellungen im Rachenraum. Infolgedessen schwillt auch die Schleimhaut der Ohrtrompete und des Mittelohres an. Es kommt zu einem Sekretstau, der sich durch Schmerzen und Hörminderung bemerkbar machen kann“, so Ärztin Debrodt.

Mittelohrentzündung - Risikofaktoren

Das Risiko für Mittelohrentzündungen kann bei Kleinkindern u.a. erhöht sein, wenn sie andauernd einen Schnuller benutzen, häufig mit anderen Kindern in engem Kontakt sind oder oft Tabakrauch ausgesetzt sind — das dies schädlich ist, sollte jedoch ohnehin jedem bewusst und darum ein No Go sein.

Zudem sollen Kinder, die gestillt werden, besser geschützt sein als solche, die von Beginn an mit der Flasche ernährt wurden. Nach dem siebten Lebensjahr sind Mittelohrentzündungen seltener, weil sich die Ohrtrompete und das Immunsystem weiterentwickelt haben.

Kindern schon beim Verdacht auf eine Mittelohrentzündung ein Antibiotikum zu geben, halten viele Mediziner und Wissenschaftler für problematisch. Dennoch gibt es eindeutige Empfehlungen für deren Einsatz, wie zum Beispiel für Säuglinge unter sechs Monaten, aus deren Ohr eitriger Ausfluss austritt oder wenn beide Ohren von Kindern unter zwei Jahren entzündet sind. „Durch den häufigen Gebrauch dieser Medikamente lässt ihre Wirksamkeit nach, da die Bakterien Resistenzen bilden“, so Ärztin Debrodt. Sind Antibiotika verordnet, dann sollten sie für den vom Arzt vorgesehenen Zeitraum eingenommen werden. Bessern sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht oder treten Probleme wie Hörstörungen auf, sollte der Arzt dringend ein weiteres mal konsultiert werden.

Manchmal verbleibt nach einer akuten Mittelohrentzündung auch Flüssigkeit im Mittelohr. Ein solcher Paukenerguss kann zu Hörstörungen und einer verzögerten Sprachentwicklung führen. Komplikationen wie diese sind zwar selten, dennoch sollten Eltern das Hörvermögen ihrer Kinder nach der Erkrankung beobachten.

Hausmittel & Co.: Was gegen Schmerzen und Fieber hilft

Schlägt sich das Kind mit Fieber herum, können in Wasser getränkte Wadenwickel helfen. Diese sind idealerweise nur etwas kühler als die Körpertemperatur. Diese kann man bis zu drei Mal auffrischen — das Kind sollte dabei zugedeckt bleiben. Manche schwören auch auf kleine Zwiebelsäckchen, die auf das schmerzende Ohr gelegt werden.

Ob als Tablette, Zäpfchen oder als Saft — gegen die Schmerzen im Ohr helfen Schmerzmittel. Hat das Kind gleichzeitig einen Schnupfen, lassen Nasentropfen die Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum besser abschwellen. So wird das Mittelohr besser belüftet. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die abschwellenden Nasentropfen nicht länger als eine Woche verwendet werden. Halten die Beschwerden an, sollten Eltern mit dem Hausarzt Rücksprache halten.


(Mit Material des AOK-Pressediensts)

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