Burnout : Stress zwingt Arbeitnehmer in Frührente

Ständiger Druck, dauerhafte Erreichbarkeit und zahlreiche Überstunden führen bei immer mehr Menschen zu Überlastung und psychischen Erkrankungen.

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31. Dezember 2012, 09:23 Uhr

Psychische Erkrankungen treiben in Deutschland immer mehr Arbeitnehmer in die Frührente. Vier von zehn Beschäftigten, die vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, sind psychisch krank. Das geht aus noch nicht veröffentlichten Statistiken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB macht für diese Entwicklung eine stetig zunehmende Belastung am Arbeitsplatz verantwortlich.
Arbeitgeberverbände wiesen die Statistik dagegen als irreführend zurück. Es gebe nicht mehr psychische Erkrankungen als früher, lediglich mehr Diagnosen. Im Jahr 2011 machten rund 41 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Erwerbsminderungsrente beantragten, Depressionen, Angstzustände oder andere psychische Erkrankungen geltend, berichten Medien unter Berufung auf die DRV-Daten. Im Jahr 2000 hatte dieser Anteil bei 24 Prozent gelegen.

Rasanter Anstieg von Betroffenen

Psychische Erkrankungen seien überdies der häufigste Grund für ein unfreiwilliges vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf, vor Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen. Gegenüber 2008 sei die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Erkrankungen in Rente gingen, von 57.400 auf 73.200 gestiegen.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte an, stärker gegen Psychostress vorgehen. Sie wolle "Hand in Hand mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Unfallkassen erarbeiten, welche Konzepte und konkreten Regeln Belegschaften wirksam vor psychischen Belastungen schützen können".

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