Schon gewusst? : So gesund ist Honig

Honig: Ein beliebtes Nahrungsmittel mit vielfacher Wirkung. Foto: Fotolia
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Honig: Ein beliebtes Nahrungsmittel mit vielfacher Wirkung. Foto: Fotolia

Das Bienengold gehört zu den ältesten Heil- und Stärkungsmitteln. Neue Studien zeigen nun, dass Honig sogar besser als so manches Medikament hilft.

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12. Oktober 2012, 04:51 Uhr

Aus der Erfahrungsmedizin kennt man die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Honigs schon sehr lange, doch bislang fehlten seriöse Studien. Seit einigen Jahren wächst jedoch das Forscher-Interesse. Klinische Beobachtungen und Studien zeigen, dass Honig in vielen Fällen mit chemischen Medikamenten mithalten kann. So wiesen US-Forscher am Penn State College of Medicine in einer Studie mit 105 Kindern nach, dass das Bienenprodukt Husten wirksamer lindert und zu einem besseren Schlaf verhilft als das hustenstillende Mittel Dextrometorphan.
Ein wichtiger Inhaltsstoff ist Glucose-Oxidase. Die eiweißspaltende Substanz fördert die Bildung von Gluconsäure und Wasserstoffperoxid, die antibakteriell und desinfizierend wirken. Durch den hohen Zuckeranteil von 80 Prozent entzieht Honig zudem Bakterien Wasser, wodurch diese schließlich eintrocknen und absterben. Auch anti-entzündliche Eigenschaften wurden bereits nachgewiesen.
Hier einige gesundheitliche Beschwerden, bei denen Honig helfen kann:
Wundbehandlung
Zufallsstudien belegen, dass Honig wirkungsvoller bei der Infektionsbehandlung von offenen Wunden ist als Sulfadiazin-Silber, ein in Krankenhäusern häufig angewendetes Mittel. Der renommierte Honigforscher Dr. Peter Molan, Professor für Biochemie an der Waikato Universität in Neuseeland, konnte zudem große Erfolge mit Manuka-Honig bei nicht-heilenden Wunden erzielen. Positive Wirkungen eines daraus entwickelten medizinischen Honigs zeigten sich auch in einer Anwendungsbeobachtung an der Kinderklinik der Universität Bonn bei der Wundpflege von krebskranken Kindern.

Tipp: Bei kleinen Schürfwunden einen Tropfen Honig auf die Wunde tupfen. Das Gleiche gilt bei eitrigen Pickeln oder bei leichten Verbrennungen, die allerdings zunächst gekühlt werden sollten.


Mund-, Hals- und Zahnfleischentzündungen
Erfolgreich wird der medizinische Honig bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Nach neuen Erkenntnissen stoppt Honig auch die Bildung von Plaque und Säuren auf den Zähnen. Auch bakterielle Erkrankungen des Zahnfleisches können damit behandelt werden. Eine weitere Studie deutet darauf hin, dass Honig bei Lippenherpes sogar wirksamer ist als der üblicherweise eingesetzte Wirkstoff Aciclovir. Durch das Bienen-Produkt gingen die Bläschen und Schmerzen schneller zurück als unter der Creme.

Tipp: Bei Halsschmerzen oder beginnender Erkältung mehrmals am Tag einen Esslöffel Honig langsam auf der Zunge zergehen lassen.


Knochenschutz
Honig kann - zumindest indirekt - die Knochen stärken. Wissenschaftler von der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana haben entdeckt, dass der Körper bis zu einem Drittel mehr Kalzium aufnehmen kann, wenn er den Mineralstoff zusammen mit Honig zuführt. Nach den neuen Erkenntnissen ist vor allem die Gesamtheit der Inhaltsstoffe im Bienenprodukt für die positive Wirkung verantwortlich.

Tipp: Regelmäßig einen bis zwei Teelöffel Honig in Milch, Natur-Joghurt oder Quark einrühren.


Körperliche Leistungsfähigkeit
Wissenschaftler vom Laboratorium für Sporternährung der Universität Memphis (Tennessee) hatten im Rahmen einer klinischen Studie die Wirkung von Honig gegenüber speziellen Kohlenhydrat-Lösungen für Sportler untersucht. Danach ist Honig wegen seiner milden Wirkung auf den Blutzuckerspiegel ideal, um die Ausdauer vor einem Training oder einem Wettkampf zu erhöhen. Im Gegensatz dazu können Spezial-Präparate mit einem hohen glykämischen Index (wie Dextrose oder Maltodextrin) den Körper schneller ermüden.

Tipp: Schon vor dem Training etwas Honig löffeln.


Irrglaube
"Leider besteht auch unter Ernährungsexperten immer noch die falsche Auffassung, dass Honig an den Zähnen klebt und damit in höherem Maß als Rohrzucker zur Kariesbildung beiträgt", bemängelt Imker Ole Andresen, Vorsitzender des Imkervereins Flensburg. "Aufgrund seiner wasserlöslichen Eigenschaften "klebt" Honig keineswegs an den Zähnen und enthält zudem Stoffe, die das Wachstum kariesverursachender Bakterien hemmen."
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Annette Schroeder, "Gesundes aus Honig, Pollen, Propolis", Ulmer Verlag, 144 S., 17.90 Euro, ISBN 3-800177-28-8.


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