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Ernährung & Gesundheit

22. August 2017 | 15:42 Uhr

Sicher auf die Reise gehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Außerhalb Europas brauchen Urlauber eine Auslandsreise-Krankenversicherung / Leistungen der Anbieter variieren stark

Ein Herzinfarkt im Florida-Urlaub. Der Patient wird in die Klinik eingeliefert, nach einer Woche geht es per Ambulanzflug zurück in die Heimat: Solche Fälle können für Urlauber schnell zum „GAU“ werden, warnt Michael Herte von der Verbraucherzentrale in Kiel. Nicht zuletzt wegen der finanziellen Belastung: „Ein Tag auf der Intensivstation kostet in den USA rund 5000 Euro, der Rücktransport schlägt gleich mit mehreren 10  000 Euro zu Buche.“ Urlaubern, die den Kontinent verlassen, rät der Verbraucherschützer darum dringend dazu, eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Denn: Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet nur Behandlungskosten und Medikamente in der Europäischen Union und in Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht (siehe Infokasten). In sämtlichen anderen Ländern muss der Kranke selbst – und unter Umständen tief – in die Tasche greifen.

Grundsätzlich sei es innerhalb Europas ausreichend, die deutsche Krankenversichertenkarte dabei zu haben, die auf der Rückseite als „Europäische Krankenversicherungskarte“ (EHIC) ausgewiesen ist, sagt Herte. Allerdings würden die Kosten für Medikamente und Behandlungen nicht immer voll erstattet, etwa wenn sie privat abgerechnet werden und teurer sind als vergleichbare Leistungen zu Hause. Ein Knackpunkt ist der Krankenrücktransport nach Deutschland: Für ihn zahlt die Kasse nie, einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Darum kann eine Auslandsreise-Krankenversicherung auch bei Reisen in Europa sinnvoll sein.


Rücktransport in die Heimat absichern


Herte rät, beim Versicherungsvergleich – rund 80 verschiedene Tarife für Familien und Einzelpersonen stehen zur Wahl – vor allem in diesem Punkt auf möglichst großzügige Vertragsbedingungen zu achten. Etwa, ob im Krankheitsfall eines Kindes auch die Rückreise für Eltern und Geschwister bezahlt wird. Die Leistungen der Anbieter variieren stark. Viele Versicherer machen den Krankenrücktransport davon abhängig, ob er „medizinisch notwendig“ ist – ohne genauer zu definieren, was das bedeutet. Darum sollte beim Vertragsabschluss darauf geachtet werden, dass ein Rücktransport schon im „medizinisch sinnvollen“ Fall gewährleistet ist.

Außerdem sollte in den Versicherungsbedingungen eine möglichst hohe Deckungszusage für die Behandlungs- und Krankenhauskosten unmittelbar nach einem Unfall oder einer Erkrankung garantiert sein. Andernfalls müssen möglicherweise sämtliche Kosten vorgestreckt werden. Und es sollte abgeklärt werden, wer im Notfall der Ansprechpartner ist, und ob es eine rund um die Uhr besetzte Notrufnummer gibt.

Teuer ist der Versicherungsschutz für den Urlaub nicht: Für eine Familie gibt es Jahrespolicen für 20 bis 30 Euro. Einzelpersonen zahlen mitunter weniger als zehn Euro. Abgedeckt sind damit unbegrenzt viele Reisen mit einer Dauer von sechs bis acht Wochen. Kann ein kranker Urlauber nicht wie geplant nach Hause reisen, zahlen einige Gesellschaften die Rechnungen auch über den versicherten Zeitraum hinaus – bis der Patient wieder reisefähig ist. Hier sollte man darauf achten, dass solche Leistungen nicht zeitlich befristet sind.

Generell zahlen die Auslandsreise-Krankenversicherer nur in Notfällen – und nicht etwa, wenn vor Beginn der Reise schon absehbar war, dass eine Behandlung notwendig sein wird. Das kann besonders für chronisch Kranke problematisch werden. Sie sollten darum genau abklären, welche Risiken abgesichert sind. Ratsam sei es auch, sich von seinem behandelnden Arzt schriftlich bestätigen zu lassen, dass aus medizinischer Sicht keine Einwände gegen die Reise bestehen, sagt Herte. „Tritt dann trotzdem eine Erkrankung ein, sollte sie durch den Versicherungsschutz abgedeckt sein.“

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erstellt am 04.Mär.2015 | 10:36 Uhr

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