Anzeige - sh:z Ratgeber Gesundheit : Wenn die Bandscheibe auf die Nerven geht – was bei Verengungen des Wirbelkanals hilft

Die schlechte Nachricht zuerst: Bei jedem Menschen verengt sich im Laufe des Lebens der Wirbelkanal. Die gute: Die wenigsten Menschen empfinden die Folgen als belastend.

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14. Februar 2018, 03:57 Uhr

Die Symptome sind vielen bekannt: Die Beine werden lahm, vor allem bei längeren Spaziergängen, man leidet unter Wadenkrämpfen und Schmerzen in den Beinen, es kribbelt in den Füßen. Doch wenn man sich im Sitzen nach vorn beugt, normalisiert sich alles wieder. Der Ursprung dieser Beschwerden kann im Rückgrat liegen, die Symptome werden eventuell durch eine Verengung (Stenose) des Wirbelkanals ausgelöst. „Grundsätzlich ist das eine normale körperliche Verschleißerscheinung, die jeden Menschen betrifft“, sagt Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums am Regio Klinikum Pinneberg.

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Ab Mitte 20 setzt dieser Prozess ein, schleichend verändert sich danach die Wirbelsäule. Manche der Patienten leiden anfangs unter Schmerzen der Wirbelsäule, später kommen die Hauptsymptome der klassischen Verengung wie Taubheitsgefühle, Krämpfe und Lähmungserscheinungen an den Armen und Beinen hinzu, so Dr. Demmel. Nicht selten kann die Verengung auch zu einer Schwäche der Blase und des Darms, sprich Inkontinenz, führen.

<p>Ein persönliches Gespräch sowie eine umfassende Untersuchung sind Voraussetzungen für eine optimale Behandlung.</p>
Foto: iStock

Ein persönliches Gespräch sowie eine umfassende Untersuchung sind Voraussetzungen für eine optimale Behandlung.

 

Wenn die Symptome wie Schmerzen, Gehschwäche und Missempfindungen die Lebensqualität allzu sehr beeinträchtigen, können die Wirbelsäulenspezialisten in Pinneberg die Verengung im Rahmen einer mikroskopischen Operation beheben, sodass die Nerven entlastet werden und wieder besser funktionieren. Doch ein solcher Eingriff sei das letzte Mittel, sagt Dr. Demmel. Akuten Schmerzpatienten könne alternativ mit gezielten Kortisoninjektionen geholfen werden – allerdings sparsam dosiert, denn: „Kortison wirkt zwar abschwellend, begünstigt aber Osteoporose“, sagt Dr. Demmel.

„Welche Behandlung die für den jeweiligen Patienten beste ist, hängt vor allem von den persönlichen Lebensumständen und Leistungsansprüchen ab.“ Den Regio-Fachärzten ist es deshalb bei der Untersuchung sehr wichtig, im Gespräch diese Lebensumstände und Wünsche des Patienten zu erfragen, um die am besten geeignete Therapie vorzuschlagen.

„Jemand, der 75 Jahre alt ist, muss sich möglicherweise damit abfinden, keinen Marathon mehr laufen zu können“, sagt Dr. Demmel. „Aber wenn jemand im Alltag nicht mehr zurechtkommt, weil er nur noch 200 Meter am Stück gehen kann, können wir ihm mit einer Operation ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben.“

Der Chefarzt Dr. Demmel beantwortet Leserfragen

<p>Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums der Regio Kliniken.</p>
Foto: Regio Kliniken

Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums der Regio Kliniken.

Ein Video, in dem Dr. Demmel einige Leserfragen um Thema Bandscheibe und Wirbelkanalverengung beantwortet, finden Sie ab Sonnabend, 24. Februar, hier online unter shz.de/ratgeber.

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