Anzeige - sh:z Ratgeber Gesundheit : Osteoporose oder Unfall – wann ein Wirbelbruch operiert werden muss

Ein Sturz von der Leiter, ein Reitunfall oder Osteoporose: Ein Wirbelbruch kann viele Ursachen haben. Ebenso vielfältig ist die jeweils beste Therapie. Denn ob eine Operation ratsam ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Avatar_shz von
03. Februar 2018, 03:57 Uhr

Szenario eins: Wenn ein Sturz den Bruch verursacht

Wer sich einen Berstungsbruch eines Wirbelkörpers infolge eines Sturzes zuzieht, muss operiert werden. Nur so kann die Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule bestmöglich wiederhergestellt werden. „Wir versorgen im Regio Klinikum Pinneberg viele Patienten, die etwa bei der Dachrinnenreinigung oder beim Baumschnitt von der Leiter gefallen sind“, sagt Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums. Er rät älteren Menschen deshalb, nicht mehr auf Leitern zu steigen.

sh:z-Sprechstunde: Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre persönlichen Fragen zu stellen. Wir sammeln die Fragen der Leser und beantworten sie in einem Video. Mehr Details finden Sie am Endes des Artikels.

Szenario zwei: Wenn eine Erkrankung dem Wirbel zusetzt

Ist ein Wirbelkörper jedoch durch eine andere Erkrankung, etwa Osteoporose (Knochenschwund), vorgeschädigt, so kann es bereits bei alltäglichen Belastungen wie etwa dem Anheben eines Stuhls zum Bruch eines Wirbelkörpers kommen. Bei dieser sogenannten Sinterung sackt der instabile Knochen in sich zusammen, der Betroffene verspürt einen scharfen Schmerz. Blutverflüssigende Medikamente, langjährige Kortisonbehandlung, Rauchen, Alkoholkonsum, fleischreiche Ernährung und Bewegungsarmut erhöhen das Risiko einer Osteoporose – auch bei Jüngeren. „Wir behandeln zunehmend Patienten, die gerade erst Mitte 40 sind“, sagt Dr. Demmel.

Besonders Brüche im Lendenwirbelbereich sind sehr druckempfindlich und verursachen starke Schmerzen.
iStock

Besonders Brüche im Lendenwirbelbereich sind sehr druckempfindlich und verursachen starke Schmerzen.

 

Der gebrochene Wirbel lässt sich operativ mit medizinischem Zement stabilisieren. Doch das ist nur ratsam, wenn die Knochensubstanz insgesamt ausreichend fest ist. „In die krankhaft erweichten Knochen sollten möglichst keine harten Materialien eingebracht werden, deshalb sind wir da sehr vorsichtig“, sagt der Mediziner. Für die meisten älteren Patienten sei eine Kombination aus Stützkorsett, Medikamenten gegen den Schmerz und zur Stärkung des Knochens sowie mehr Bewegung oft hilfreicher und weniger belastend als ein Eingriff.

Entscheidend sei immer die Frage, wie der Betroffene in seinem häuslichen Umfeld mit den Beschwerden und der eingeschränkten Beweglichkeit zurechtkomme. Neben Kernspintomografie und Röntgenuntersuchung nehmen die Pinneberger Chirurgen sich deshalb bei der Diagnostik Zeit, das soziale Umfeld des Patienten zu durchleuchten. Ziel ist es, ihn gemeinsam mit den niedergelassenen Fachärzten und gegebenfalls der geriatrischen Abteilung der Regio Kliniken umfassend zu versorgen.

Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums der Regio Kliniken.
Regio Kliniken

Dr. Thomas Demmel, Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums der Regio Kliniken.

 

Infoveranstaltung der Regio-Kliniken

Name der Veranstaltung Infoveranstaltung zum Thema Wirbelbruch - Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung
Wann Donnerstag, 8. Februar, ab 15.30 Uhr
Wo Gesundheitsseminar der VHS Pinneberg, Am Rathaus 3, Raum 347
Wer Dr. Ann-Christin Limbrock, Ärztin am Regio Klinikum Pinneberg
Kosten fünf Euro pro Person
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert