Anzeige - sh:z Ratgeber Gesundheit : Das unterschätzte Risiko: Oberschenkelhalsbruch

<p>Eine Röntgenaufnahme verschafft Klarheit, ob eine Fraktur am Oberschenkenhals vorliegt oder nicht.</p>
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Eine Röntgenaufnahme verschafft Klarheit, ob eine Fraktur am Oberschenkenhals vorliegt oder nicht.

Gerade bei älteren Menschen kann es schnell zu einem Oberschenkelhalsbruch kommen - mit fatalen Folgen. Welche Beschwerden kann die Hüftverletzung haben? Und welche Unterschiede gibt es zwischen jung und alt? Wissenswertes in Fragen und Antworten.

Karen Bartel von
14. April 2018, 04:02 Uhr

Ein Sturz erhöht bei älteren Menschen durch die verminderte Knochendichte (Osteoporose) das Risiko eines Bruchs. Hierbei muss es kein Fall aus großer Höhe sein, ein kleines Stolpern und eine ungeschickte Landung reichen schon aus und der Oberschenkelhals ist gebrochen. Dies kann erhebliche Folgen für die Betroffenen haben. Fünf Fragen und Antworten:

Was passiert bei einem Oberschenkelhalsbruch?

Die Bruchstelle verläuft zwischen dem Hüftkopf, der zusammen mit der Gelenkpfanne am Becken das Hüftgelenk bildet, und dem davon abgehenden, langen Oberschenkelschaft. Auf Grund des Winkels ist diese Stelle besonders gefährdet, unter Druckeinwirkung zu brechen. Und genau das passiert bei einem Oberschenkelhalsbruch.

Welche Unterschiede gibt es dabei zwischen Jung und Alt?

Die Wahrscheinlichkeit eines Oberschenkelhalsbruchs ist bei älteren Menschen über 60 höher. Denn ab dem 40. Lebensjahr nimmt der Mineralgehalt im Körper eher ab als zu, was zu Osteoporose führt. Daher reicht hier bereits ein kleiner, unsanfter Sturz aus, um den Knochen zu brechen.

Bei jüngeren Menschen dagegen muss erheblich mehr Gewalt einwirken, um einen Oberschenkelhalsbruch auszulösen. Dies kann ein Verkehrsunfall oder ein Sturz aus großer Höhe sein.

Wodurch wird das Risiko eines Oberschenkelhalsbruchs erhöht?

Begünstigende Faktoren einer Osteoporose, die Grund für einen Oberschenkelhalsbruch sein kann, sind Nikotin, starkes Unter- oder Übergewicht, wenig Bewegung und die Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente wie Kortison. Doch nicht nur der Knochenschwund begünstigt die sogenannte Schenkelhals-Fraktur: Oftmals stürzen die Patienten in Folge von Schwindel- oder Ohnmachtsanfällen, die durch Herz-Kreislauf-, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes, verursacht werden können.

Was kann man vorbeugend tun, um dieses Risiko zu mindern?

Eine kalziumreiche Ernährung, bei der Mineralwässer, Obst, grünes Gemüse sowie Milch- und Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen, können dem Knochenabbau etwas vorbeugen. Jedoch nicht allein: Auch das Vitamin D, das der Körper in der Sonne produziert, hilft dabei und moderate sportliche Betätigung wie bereits regelmäßiges Spazierengehen fördert den Muskelerhalt und die Knochen werden dichter und fester.

Im Haus sollten Stolperfallen, wie lose Kabel oder Teppiche, beseitigt und andere gefährliche Ecken sicher gemacht werden: Es empfiehlt sich, nachts für ausreichend Beleuchtung zu sorgen und gegebenenfalls Hilfen wie Handläufe anzubringen. Auch eine Brille in der richtigen Sehstärke hilft.

Wie äußern sich die Beschwerden und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei Schmerzen in der Hüfte und Leistengegend bringt eine Röntgenaufnahme Gewissheit und zeigt das Ausmaß des Oberschenkelhalsbruchs auf. Daraufhin entscheiden die Ärzte, wie in der Behandlung weiter vorgegangen werden soll.

Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist das Verfahren hüftkopferhaltend (Osteosynthese) oder hüftkopfersetzend (Endosynthese). Dies hängt von der Schwere des Bruchs, der Fitness und des allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten ab. Bei der Osteosynthese werden durch metallische Implantate die Knochenbruchstücke verbunden, um so die Heilung zu fördern. Bei der Endosynthese hingegen wird das eigene Gelenk durch ein künstliches ersetzt.

(Mit Material von Barmer und Almeda)

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<p>Dr. Martin Wurm, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Regio Klinikums Elmshorn.</p>
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Dr. Martin Wurm, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Regio Klinikums Elmshorn.

 

Ein Video, in dem Dr. Wurm einige Leserfragen beantwortet, finden Sie ab Sonnabend, 21. April hier online unter shz.de/ratgeber.

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