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Senioren fehlt der Durst - Flüssigkeitsmangel kann auftreten

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Düsseldorf (dpa/tmn) - Ältere Menschen trinken oft zu wenig. Bei der derzeitigen Sommerhitze kann das ernste Konsequenzen haben, warnen Experten. Senioren dürfen daher ihrem Durstgefühl nicht zu sehr vertrauen.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Ältere Menschen trinken oft zu wenig. Bei der derzeitigen Sommerhitze kann das ernste Konsequenzen haben, warnen Experten. Senioren dürfen daher ihrem Durstgefühl nicht zu sehr vertrauen.

Die schwüle Hitze macht vor allem älteren Menschen zu schaffen. Trinken sie dann noch zu wenig, kann es zu ernsten Problemen kommen. Ältere haben ein geringeres Durstgefühl und weniger Körperwasser als jüngere, sagt Prof. Ralf-Joachim Schulz, Leiter des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität zu Köln. Anzeichen für Flüssigkeitsmangel seien Konzentrationsstörungen, Antriebsarmut oder Unruhe. Er empfiehlt, täglich 30 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu trinken. Das macht bei 60 Kilogramm knapp zwei Liter. Bei großer Hitze rät Schulz zu einem Dreiviertelliter mehr - auch ohne Durstgefühl.

Morgendliches Wiegen vor dem Essen zeige dem Senior außerdem, ob er schnell Gewicht verliere. Das könne am Flüssigkeitsverlust liegen. Und: Bei hoher Luftfeuchtigkeit produziert der Körper mehr Schweiß und verliert so noch mehr Flüssigkeit. Flüssigkeitsmangel ist auch ein zunehmendes Problem in Krankenhäusern, so der Professor. Bleibe das Problem während einer Behandlung unentdeckt, sei das Risiko, dass der Patient wegen einer Komplikation stirbt, doppelt so hoch. «Dehydratation ist keine Bagatelle.»

Was tun etwa Altenheime gegen Flüssigkeitsmangel? Wegen des geringeren Durstgefühls sei es wichtig, auf den individuellen Geschmack der Senioren einzugehen, sagt Rudolf Michel-Fabian. Er ist Referent für stationäre Altenarbeit bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. «Nichts ist motivierender als ein wohlschmeckendes Getränk.» 

Ein Beispiel nennt Kerstin Schönlau, Prokuristin der Seniorenhilfe des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Die Mitarbeiter dort geben Zitronenscheiben ins Wasser, berichtet sie. «Das ist ein kreatives Getränk, das auf der Zunge prickelt.»

Sind Senioren sehr plötzlich verwirrt, kann dahinter Flüssigkeitsmangel stecken. Bei dem sogenannten Delir sind die Wahrnehmung, das Denken und das Gedächtnis gestört. Außerdem treten typischerweise ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus sowie Schwitzen, Bluthochdruck und ein schneller Puls auf, erläutert Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und - psychotherapie (DGGPP). Akute Verwirrtheitszustrände bilden sich bestenfalls wieder völlig zurück, wenn die Ursache schnell behandelt wird. Bemerken Angehörige, dass ein älterer Mensch nicht ganz bei sich ist, sollte er deshalb sofort zum Arzt gebracht werden.

Im Gegensatz zu einer schleichend beginnenden Demenz entwickelt sich das Delir innerhalb von wenigen Stunden. Neben Flüssigkeitsmangel sind auch Stoffwechselstörungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten mögliche Ursachen. Der Arzt muss dann entscheiden, ob die Mittel abgesetzt werden können.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 05:33 Uhr

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