Seelisch krank – trotzdem zur Arbeit

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22. August 2013, 10:35 Uhr

Seelisches Leid als Stigma: Mehr als jeder dritte Berufstätige geht trotz psychischer Probleme zur Arbeit. Weil die Betroffenen Nachteile im Job befürchten, verschweigen sie gegenüber dem Arbeitgeber häufig ihre seelische Erkrankung. Das geht aus einer Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Nach der repräsentativen Befragung von 3 000 Männern und Frauen durch das Forsa-Institut sind psychische Erkrankungen in Deutschland nach wie vor stigmatisiert: 65 Prozent der Teilnehmer sei ein Arbeitsausfall durch ein Seelenleiden unangenehmer sei als eine Krankschreibung wegen körperlicher Symptome. Jeder Dritte fürchtet Nachteile, wenn die Kollegen oder Vorgesetzten von der Erkrankung erfahren. Darum gingen die Arbeitnehmer trotz Erkrankung zur Arbeit. Depressionen, Angststörungen und andere Seelenleiden sind laut DAK der dritthäufigste Grund für Fehlzeiten im Job. 13 Prozent aller Fehltage gingen im ersten Halbjahr 2013 darauf. Häufigste Ursachen für Krankschreibungen sind Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie Atemwegserkrankungen wie etwa Erkältungen.

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