Schnaps schmeckt auch in Krisenzeiten: Pro Kopf 5,4 Liter

 Wenn es um Schnaps geht, liegen «Klarer», Likör und Weinbrand bei den Deutschen ganz vorn. Foto: Frank May
Wenn es um Schnaps geht, liegen «Klarer», Likör und Weinbrand bei den Deutschen ganz vorn. Foto: Frank May

Bonn (dpa) - Korn, Likör oder Cognac: Mehr als fünf Liter Schnaps trinkt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr - ungeachtet der gesundheitlichen Gefahren. Der Staat verdient kräftig mit.

shz.de von
27. Mai 2013, 04:33 Uhr

Bonn (dpa) - Korn, Likör oder Cognac: Mehr als fünf Liter Schnaps trinkt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr - ungeachtet der gesundheitlichen Gefahren. Der Staat verdient kräftig mit.

Schnaps schmeckt vielen Deutschen auch oder gerade in harten Zeiten: Der Pro-Kopf-Konsum an Korn, Likör, Cognac und anderen hochprozentigen Spirituosen lag 2012 trotz der wirtschaftlichen Verunsicherung wie in den Vorjahren bei 5,4 Litern. Das teilte der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie (BSI) am Montag (27. Mai) in Bonn mit. Insgesamt wurden am deutschen Markt wie in den Vorjahren knapp 700 Millionen 0,7-Liter-Flaschen angeboten. Hinzu kommen die vor allem bei Jugendlichen beliebten spirituosenhaltigen Mischgetränke.

Gewinner ist dabei stets der Fiskus: Vom Gesamtumsatz von 4,5 Milliarden Euro kassierte der Staat nach Verbandsangaben allein 2,1 Milliarden Euro an Branntweinsteuer. Verlierer ist vielfach die Gesundheit.

Besonders gern greifen die Deutschen zum «Klaren» (fast 40 Prozent des Absatzes), dahinter folgen mit fast 28 Prozent Liköre und mit gut 12 Prozent Weinbrände und Cognac. Aber Rum, Wodka, Whiskey und Grappa holen auf.

Alkohol gilt als Volksdroge, die jedes Jahr für den vorzeitigen Tod zehntausender Menschen verantwortlich gemacht wird. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben rund 9,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland Alkoholprobleme. Etwa 1,3 Millionen von ihnen sind den Angaben zufolge alkoholabhängig.

Mit 5,4 Litern Pro-Kopf-Verbrauch stehen die Deutschen in der internationalen Vergleichsliste (Zahlengrundlage 2011) auf dem 32. Rang - hinter Staaten wie der Ukraine, Kirgisistan, Thailand, Estland, Südkorea und Russland. Der Spirituosen-Verband betont sein Engagement für den Jugend- und Gesundheitsschutz und gegen Flatrate- und All-you-can-drink-Partys.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen