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Ernährung & Gesundheit

20. September 2017 | 18:37 Uhr

Schmerztherapie : Schluss mit den Schmerzen?

vom

Das "schmerzfreie Krankenhaus": Lesen Sie mehr über die neuen Wege in der Schmerztherapie.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2010 | 05:41 Uhr

Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass etwas im Körper nicht stimmt. Deshalb gab es lange das Vorurteil, dass es nicht gut sei, sie einfach zu betäuben. Wichtige Warnsignale des Körpers würden dann verloren gehen. Schmerzen müsse man eben aushalten - diese Meinung gab es nicht nur unter Patienten, sondern auch bei den Ärzten.
Das Risiko dabei ist, dass sich der Schmerz verselbstständigen und dann chronisch werden kann. Körper und Geist gewöhnen sich daran, und der Schmerz bleibt, selbst wenn seine Ursache längst beseitigt ist.
Umdenken bei Ärzten und Patienten
Deshalb ist seit einigen Jahren Umdenken angesagt in der Schmerzbehandlung. Erfahrene Schmerztherapeuten plädieren dafür, frühzeitig gegen den Schmerz vorzugehen, damit er nicht chronisch werden kann.
Das Ergebnis ist angenehm, vor allem für Patienten: "Frisch operierte Patienten erhalten heute beispielsweise ein Pumpensystem, mit dem sie sich selbst kleine Dosen Schmerzmittel direkt an die Schmerzrezeptoren zuführen können", erklärt Prof. Volker Tronnier vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Bei größeren Eingriffen erleichtert und verbessert dies die Genesung deutlich. "Diese Methode ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum schmerzfreien Krankenhaus", kommentiert Tronnier.
Neue Ansätze gegen Kopfschmerzen
Das verstärkte Augenmerk auf Schmerzbehandlung schlägt sich auch in neuen Therapiemethoden nieder. "Bestimmte Kopfschmerzformen kann man nun operativ behandeln", so Tronnier. "Dabei werden kleine Elektroden über die Hinterhauptnerven gelegt. Kleine elektrische Impulse helfen die Schmerzen zu lindern und verringern die Intensität und Häufigkeit der Schmerzattacken."
Wichtigster Schritt ist jedoch, das Wissen über Schmerz und Schmerzbehandlung zu verbessern. Zu lange war Schmerz therapie kein eigenes Thema in der Medizinerausbildung. Inzwischen stehen zu vielen schmerzhaften Krankheiten und Therapieformen von Experten erstellte Leitlinien zur Verfügung, auf die sich Ärzte stützen können. In der Forschung ist man gleich-zeitig eifrig bemüht, die Mechanismen der Schmerzentstehung und -verarbeitung besser zu verstehen. Dabei zeichnen sich wichtige Fortschritte ab: "Erste Entwicklungen, wie etwa der Einsatz von tierischen Giften zur Schmerztherapie, sind Folge dieser Untersuchungen", erklärt Tronnier.
Spritzen sind von gestern
Und auch für Patienten mit Angst vor Spritzen gibt es eine gute Nachricht: Durch die Entwicklung von Opiatpflastern und -lutschern, Nasensprays und vielem mehr ist man keineswegs mehr dazu gezwungen, Schmerzmittel injiziert zu bekommen.

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