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Viele Arbeitsausfälle : Schleswig-Holsteiner sind häufiger krank

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In Schleswig-Holstein liegt die Zahl der Krankmeldungen über dem Bundesdurchschnitt. Die häufigsten Gründe sind Rückenleiden.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 09:19 Uhr

Kiel | Immer häufiger bleiben Arbeitsplätze verwaist, weil Mitarbeiter sich krank melden. Die Fehlzeiten haben seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2006 um fast ein Viertel zugenommen. Regional sind die Unterschiede aber erheblich. Die meisten gesunden Arbeitnehmer leben im Südwesten der Republik, die meisten Krankmeldungen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. In Schleswig-Holstein waren die 270.000 berufstätigen AOK-Versicherten im vergangenen Jahr im Schnitt 19,1 Tage krank. Das teilte Schleswig-Holsteins AOK-Chef Dieter Paffrath in Kiel mit. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 18,1 Tagen. Der Krankenstand der über 60-Jährigen ist fast doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der Arbeitnehmer bis zum 35. Lebensjahr.
Bezogen auf Branchen gibt es den höchsten Krankenstand im Norden in der Öffentlichen Verwaltung, den geringsten bei Banken und Versicherungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Bezogen auf einzelne Berufe fehlen zum Beispiel Verkäuferinnen im Schnitt 29,2 Tage im Jahr, Steuerberater aber nur 8,8 Tage.

Umfrage: 44,4 Prozent haben Rückenprobleme


Die meisten Fehltage im Norden verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen: Allein bei AOK-Versicherten sind es 1,2 Millionen. Gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen, psychischen und Atemwegserkrankungen. Auch die Techniker Krankenkasse meldet, dass jede vierte Krankschreibung auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückzuführen sei.
Insbesondere Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Das bestätigt eine aktuelle Blitzumfrage zwischen Nord- und Ostsee, die von der Ortskrankenkasse in Auftrag gegeben wurde: 44,4 Prozent der Befragten ab 18 Jahren gab an, in den letzten zwölf Monaten unter Rückenproblemen gelitten zu haben. Bei den meisten Betroffenen waren die Schmerzen so stark, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben und Schmerzmittel einnehmen mussten. Fast 48 Prozent glauben, dass die Rückenschmerzen im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit stehen. "Eine spezifische körperliche Ursache für Rückenschmerzen kann allerdings nur selten diagnostiziert werden", erklärte Michael Tiemann, Präventionsexperte der Kasse. Mehr als 80 Prozent aller Rückenschmerzen seien unspezifisch. So gebe es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass körperliche Arbeit den Rücken kaputt macht oder sich die Bandscheiben durch falsches Sitzen verstärkt abnutzen. Fakt sei vielmehr, dass körperliche Belastungen den Rücken stärken, während Schonung ihn schwäche. "Mit speziellen Präventionsangeboten für Versicherte und Betriebe im Land soll der Entwicklung bei den Muskel- und Skeletterkrankungen entgegengewirkt werden", kündigte AOK-Chef Paffrath an.
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