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Thoraxschmerz-CPU : Sana-Klinik hat das Herz im Blick

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Die Sana-Klinik in Eutin hat eine neue Thorax-Einheit eingeweiht, mit der bei Brustschmerzen untersucht werden kann, ob es sich um ernsthafte Herzprobleme handelt.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 09:11 Uhr

Bei einem Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Oft aber ist nicht klar, ob sich hinter Schmerzen im Brustkorb tatsächlich eine ernste Herzerkrankung verbirgt oder ob die Beschwerden ihre Ursache in der Speiseröhre oder vielleicht sogar in der Wirbelsäule haben. In der neuen Thoraxschmerz-Überwachungs-Einheit (CPU = Chest Pain Unit) der Eutiner Sana-Klinik können die Ärzte nun schnell feststellen, ob es sich bei den Brustschmerzen um eine ernste Erkrankung handelt.
"In Amerika sind solche CPUs weit verbreitet", berichtet Dr. Franz Hartmann, Chefarzt der Kardiologie der Sana-Klinik. Denn oft würden kardiologische Notfälle zu spät erkannt: "Da sind zwar die EKG-Werte in Ordnung, aber am nächsten Tag erkennt man durch eindeutige Blutwerte, dass es doch ein Infarkt war." Künftig werden Patienten, die mit unspezifischen Brustschmerzen eingeliefert werden, in einem besonderen Bereich der Notaufnahme behandelt.
Dort werden bis zu 24 Stunden lang ihre Blutwerte, das Elektrokardiogramm und andere Werte überwacht. Dabei stehen die Monitore nicht nur im Krankenzimmer. Auch im Stationszimmer werden die Werte rund um die Uhr angezeigt. "Nach dieser Zeit steht dann fest, ob die Schmerzen eine gefährliche Ursache wie einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Riss in der Hauptschlagader haben", so Hartmann.

Herzerkrankungen werden zunehmen


Während sich Thoraxschmerzen bei jüngeren Patienten meist zu 90 bis 95 Prozent als harmlos herausstellten, seien bei über 60-Jährigen bereits rund 50 Prozent der Beschwerden ernsterer Natur, erklärt Hartmann. Und angesichts der demografischen Entwicklung im Kreis, werden die gefährlichen Herzerkrankungen in Ostholstein in den nächsten Jahren stark zunehmen, so seine Prognose.
Seit einigen Wochen ist die CPU bereits in Betrieb. Und fast immer sind die vier Plätze besetzt. Rund 70.000 Euro kostete die Einrichtung des neuen Zimmers. "Die Abteilung ist Teil des medizinischen Fortschritts", erklärt Thomas Lemke, Aufsichtsratsvorsitzender der Sana-Kliniken Ostholstein. Er ist sich sicher: "Jeder von uns wäre froh, bei Brustschmerzen in einer solchen Station behandelt zu werden." Und für Landrat Reinhard Sager sichert die neue Abteilung sogar ein Stück Lebensqualität: "Ich freue mich, dass wir hier im ländlichen Raum die bestmögliche medizinische Versorgung anbieten können."
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