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Sport in der Schwangerschaft : Rundum fit mit Babybauch

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Eine neue Studie belegt: Bewegung in der Schwangerschaft schadet weder Mutter noch Kind. Ganz im Gegenteil, denn die bevorstehende Geburt erfordert Kondition.

Sport in der Schwangerschaft war lange Zeit tabu. Zurücklehnen und Schonen lautete die Devise. Heute weiß man, dass regelmäßige Bewegung nicht nur das beste Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden wie Venenstau und Wadenkrämpfe ist. Fitness verbessert auch das Körpergefühl, hebt die Stimmung und schafft Kondition für die Geburt – immer vorausgesetzt, Mutter und Baby geht es gut.
Dies bestätigt auch eine aktuelle US-Studie der Johns Hopkins University in Baltimore. Danach schadet werdenden Müttern ein moderates bis intensives Training keineswegs, sondern hat zahlreiche Vorteile. Die Forscher hatten 45 gesunde Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel vor und nach einem 30-minütigen Laufband-Training untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass das Wohlbefinden des Fötus, einschließlich Herzfrequenz und Durchblutung, nicht negativ beeinflusst wurde. Die Ergebnisse waren unabhängig davon, ob die Schwangeren regelmäßig trainierten oder nicht. "Gesunde schwangere Frauen, die Sport treiben, sollten motiviert werden, damit weiterzumachen. Frauen, die bislang keinen Sport gemacht haben, sollten dazu ermutigt werden, mit einem moderaten Trainingsprogramm zu beginnen", rät Studienautorin Dr. Linda Szymanski von der Abteilung für Mütter-Kind-Medizin.
Sport senkt die Schwangerschatsrisiken
Frühere Studien haben zudem gezeigt, dass körperliche Aktivität sowohl den Schwangerschaftsverlauf als auch die Geburt deutlich erleichtern kann. Regelmäßiges Training hilft, den Energiepegel aufrecht zu erhalten und die Veränderungen des Körpers besser zu verkraften. Auch das Risiko für Komplikationen, wie zum Beispiel Schwangerschafts-Diabetes oder Eklampsie ("Schwangerschaftsvergiftung"), kann hierdurch sinken.
Werdende Mütter mit Sport-Ambitionen sollten sich vorher gründlich ärztlich untersuchen lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie eine Hochrisikoschwangerschaft haben, im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel Blutungen auftreten oder sie unter einer Herzerkrankung leiden. Vorsicht ist auch geboten bei einer schweren Anämie, einem schlecht eingestellten Bluthochdruck, Typ1-Diabetes sowie Übergewicht oder wenn sie bisher keinen Sport getrieben haben.
Was Sie sonst noch beachten sollten:
> Ideal ist es, pro Woche für insgesamt zwei bis zweieinhalb Stunden bei mittlerer Intensität zu trainieren.
> Dabei sollte man nie aus der Puste kommen. Ideal ist eine Herzfrequenz, die 140 bis 150 Schläge pro Minute nicht übersteigt und dabei nicht länger als 20 Minuten anhält.
> Man sollte dem Körper nach jeder Belastung mindestens eine 24-stündige Pause gönnen, damit er sich vollständig regenerieren kann.
> Besonders empfehlenswert sind Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Rad fahren, zumal sie Rücken und Gelenke schonen.
> Ungeeignet sind Kontakt-Sportarten oder Aktivitäten, die ein gewisses Sturzrisiko haben (zum Beispiel Fußball oder Basketball, Schläger-Sportarten, alpines Skilaufen oder Reiten).
> Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, auf dem Rücken liegend zu trainieren, da das Gewicht des Babys auf die Lungen und Arterien drücken kann.
> Während der Schwangerschaft kann sich durch den wachsenden Bauch die Balance des Körpers verändern. Daher auf Übungen verzichten, die ein hohes Maß an Gleichgewicht erfordern, wie etwa Geräteturnen.
> Sinnvoll ist außerdem regelmäßiges Beckenbodentraining, um beispielsweise Problemen während der Schwangerschaft und Geburt vorzubeugen.
> Eine gute Ergänzung zum Ausdauertraining bietet Yoga. Grund: Die Atem- und Körperübungen reduzieren Stress und verbessern das seelische Wohlbefinden.
> Wer schwanger ist, kommt leicht ins Schwitzen und braucht besonders viel Flüssigkeit zum Ausgleich. Am besten vor, während und nach dem Training reichlich Mineralwasser mit wenig Kohlensäure oder Saftschorle trinken.
Wichtig: Übertreiben Sie es nicht. Passen Sie die Belastungsintensität ihrem Befinden an. Verzichten Sie auf das Training, wenn Sie sich unwohl fühlen. Brechen Sie es ab, wenn Sie Atemnot, Schmerzen oder Krämpfe verspüren. Quelle: Medical Mirror/Techniker Krankenkasse

Buchtipps für die Schwangerschaft:
>Am Anfang der Schwangerschaft stehen oft viele Fragen und Bedenken. In dem Ratgeber "Ich bin dann mal zwei" wird geschildert, wie es wirklich ist, schwanger zu werden und mit einem Baby zu leben – und dass es sich trotz einiger Widrigkeiten unbedingt lohnt.
Liz Fraser, "Ich bin dann mal zwei", Gräfe und Unzer Verlag, 336 S., 17,99 Euro, ISBN 3-833823-77-0.
>Leckere Rezepte und trotzdem die beste Versorgung mit Nährstoffen für das werdende Kind bietet "Das Schwangerschafts-Kochbuch". Alle Informationen und Rezepte sind dabei auf die drei Hauptphasen der Schwangerschaft abgestimmt.
Hope Ricciotti, „Das Schwangerschafts-Kochbuch“, Dorling Kindersley Verlag, 192 S., 14,95 Euro, ISBN 3-831011-28-5.
>Wenn das Baby dann endlich da ist, ist die Freude, aber oft auch die Unsicherheit groß. Für alle frischgebackenen Eltern bringt der „Crashkurs Baby“ alles auf den Punkt, was man für einen gelungenen Start mit einem Baby wissen muss.
Nora Imlau, "Crashkurs Baby", Gräfe und Unzer Verlag, 160 S., 16,99 Euro, ISBN 3-833824-01-2.
Der Beckenboden spielt in der Schwangerschaft und während der Geburt eine große Rolle. In dem Ratgeber "Beckenbodengymnastik" finden sich bebilderte Übungen, die sich leicht und deshalb gut regelmäßig nachmachen lassen.
Heike Höfler, "Beckenbodengymnstik", BLV Buchverlag, 112 S., 14,95 Euro, ISBN 3-835408-79-1.


Verlosung für ein entspanntes Becken: Das "Schleswig-Holstein Journal" verlost vier Ratgeber "Beckenbodengymnastik". Schicken Sie bis zum 10. Mai eine Postkarte an den sh:z, SH-Journal, Nikolaistraße 7 in 24937 Flensburg oder senden Sie unter dem Stichwort „Gewinnspiel“ eine E-Mail an sy@shz.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

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erstellt am 04.Mai.2012 | 11:25 Uhr

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