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Podiumsdiskussion : Reizthema Organtransplantation

vom

12.000 Menschen stehen in Deutschland auf Wartelisten. Täglich versterben drei Patienten, die auf eine Spende angewiesen wären. In Zukunft soll sich jedoch einiges ändern.

Flensburg | Wolfgang Veit verdankt sein Leben einem Menschen, dem er nie begegnet ist. Acht Jahre ist es her, dass er kaum noch Luft bekam. Bei der Arbeit bricht er zusammen. Im Krankenhaus die Diagnose: schwere COPD, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Nur eine Lungentransplantation kann ihn noch retten. 20 Monate steht er auf der Warteliste. "Eine grausame Zeit", sagt der Mann aus Marne (Kreis Dithmarschen). Er ist der Regionalsprecher des Bundesverbandes der Organtransplantierten.
Seit dem Transplantationsskandal von Göttingen und Regensburg habe sich die Unsicherheit in der Bevölkerung nochmal vergrößert, sagt er. In einer jüngst veröffentlichten Forsa-Umfrage sagten 39 Prozent der Bürger, Mediziner hätten bei ihnen an Ansehen verloren. Zum brisanten Thema Organtransplantation hatte der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) zu einer Podiumsdiskussion in das naturwissenschaftliche Museum Phänomenta in Flensburg geladen.
Zukünftig verbesserte Aufklärung
12.000 Wartepatienten stehen in Deutschland auf den Listen, täglich sterben drei von ihnen. Dabei sei es eine "schizophrene Situation", wie sh:z-Chefredakteur Helge Matthiesen, der die Diskussion moderierte, feststellte: 74 Prozent der Deutschen wären in der Vergangenheit laut Umfragen bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Weniger als 20 Prozent hätten aber nur einen Organspenderausweis.
Das neue Transplantationsgesetz soll die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Im November tritt die sogenannte Entscheidungslösung in Kraft. Alle Bürger sollen von ihren Versicherungen über Organspende aufgeklärt und zu einer Entscheidung, ob sie Organspender sein wollen, aufgefordert werden. Ein wichtiger Schritt, so die einhellige Meinung auf dem Podium. 90 Minuten wurde kontrovers über Möglichkeiten und Chancen der Organspende, medizinisch-ethische Fragen und Bedenken potenzieller Spender diskutiert.

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erstellt am 22.Aug.2012 | 11:42 Uhr

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