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Premiere: Ein Gel als „Stoßdämpfer“ für die Bandscheibe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erstmalig in Deutschland hat ein Expertenteam des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, (UKSH) unter der Leitung von Chefarzt Dr. Rainer Kirchner, ein biologisches Implantat aus Hydrogel in die Bandscheiben der Halswirbelsäule eines Patienten eingesetzt. Dieses Hydrogel wurde in der Stammzellforschung erfolgreich erprobt und eignet sich durch seine Elastizität sowie seinen Wassergehalt zur Wiederherstellung der Funktion der degenerierten Halswirbelsäule.

Bislang wird bei Versagen konservativer Therapien auf aufwendige operative Verfahren wie die Versteifung der Wirbelsäule oder den Einsatz mechanischer Prothesen zurückgegriffen.

Aufgrund der langjährigen Expertise des UKSH in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen durch perkutan-minimalinvasive, also sehr schonende Verfahren, entschlossen sich die Spezialisten zum Einsatz des neuen Verfahrens. Im besten Fall ist das Ergebnis die Wiederherstellung der Arbeits- und Sportfähigkeit innerhalb eines Tages. Die Notwendigkeit aufwändiger Operationen kann so hinausgezögert oder verhindert werden.

„Bei der Implantation bringen wir das Hydrogel mit einer schmalen Hohlnadel in die betroffene Region ein“, erläutert der Leiter des Ärzteteams, Chefarzt Dr. Rainer Kirchner. „Erst hier entfaltet sich das Implantat und wirkt nicht nur als flexibler Dämpfer, sondern unterstützt auch die Regulierung des pH-Wertes. Dies ist wichtig für die Überlebensfähigkeit der Zellen, um eine Ausdehnung der Entzündung einzudämmen.“

Auch, wenn die Methode an der Lendenwirbelsäule einen Beitrag zur Regeneration schmerzhafter Bandscheiben leisten könne, sei noch zu prüfen, inwieweit sie auch bei arthrotisch veränderten Zwischenwirbelgelenken zum Einsatz kommen kann. Mit Ergebnissen rechnen die Forscher in zwei Jahren.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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