Internationale Studie zu PMS : Prämenstruelles Syndrom – Studie vermutet Einfluss durch Alkohol

Frauen die regelmäßig trinken, haben ein höheres Risiko, sich mit prämenstruellen Schmerzen herumschlagen zu müssen – das ist die Vermutung von Wissenschaftlern.

shz.de von
13. Mai 2018, 06:02 Uhr

Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, gehört zu den häufigsten Gesundheitsstörungen von Frauen. Die Betroffenen leiden in den Tagen vor der Menstruation unter körperlichen und psychischen Beschwerden wie Schmerzen oder ein Ziehen im Unterleib, Abgeschlagenheit, Heißhunger, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Depression.

Nun lässt eine Metastudie von britischen und spanischen Wissenschaftlern die Vermutung zu, dass Frauen, die regelmäßig Alkohol trinken, möglicherweise öfter unter einem prämenstruellen Syndrom leiden. Die Forscher hatten 19 Untersuchungen aus acht Ländern - namentlich USA, Großbritannien, Polen, Schweiz, Türkei, Südkorea, Taiwan, Australien – mit mehr als 47.000 Teilnehmerinnen ausgewertet. Die Alkoholzufuhr wurde in leicht, mäßig und stark unterteilt, wobei Frauen bei einem „starken“ Konsum mindestens ein durchschnittliches alkoholisches Getränk pro Tag tranken. Die Alkoholgehalte eines durchschnittlichen alkoholischen Getränks wurden für jedes Land separat ermittelt, da die Trinkgewohnheiten zum Teil sehr unterschiedlich waren.

Eine Wärmflasche empfinden viele Menschen bei Bauchschmerzen als angenehm und lindernd. Foto: dpa
Eine Wärmflasche empfinden viele Menschen bei Bauchschmerzen als angenehm und lindernd. Foto: dpa

Nach der Auswertung der Daten hatten Frauen, die regelmäßig Alkohol tranken, ein um 45 Prozent höheres Risiko für PMS. Starke Trinkerinnen waren mit 79 Prozent noch häufiger betroffen. In Europa könnte etwa einer von fünf PMS-Fällen mit Alkoholkonsum in Zusammenhang stehen, errechneten die Wissenschaftler der britischen Universität Southampton.

Bisher nur eine Vermutung: Alkohol wirkt sich auf Geschlechtshormone aus

Der Studie nach zu urteilen verändert der Alkohol die Konzentration bestimmter Geschlechtshormone während des Zyklus. So werden bestimmte Botenstoffe im Gehirn wie das „Glückshormon“ Serotonin beeinflussen, vermuten die Wissenschaftler. Allerdings lassen sich aufgrund des Studiendesigns keine ursächlichen Beziehungen nachweisen, ist im Online-Journal BMJ Open zu lesen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um die Hintergründe aufzuklären. Außerdem könnten weitere Faktoren wie beispielsweise die Ernährung eine Rolle spielen.

Rakia (links) und Wein dürfen bei keinem Essen fehlen. In Bulgarien trinkt man den Schnaps schon zur Vorspeise. /dpa-tmn
Andrea Warnecke
Rakia (links) und Wein dürfen bei keinem Essen fehlen. In Bulgarien trinkt man den Schnaps schon zur Vorspeise. /dpa-tmn
 

Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten gesunde Frauen maximal 10 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen. Das entspricht etwa einem Glas Bier (0,25 Liter), einem Glas Wein (0,1 Liter), einem Glas Sekt (0,1 Liter oder einem Schnaps (4 Zentiliter). Dabei sollten jedoch mindestens zwei alkoholfreie Tage eingelegt werden.

(Mit Material der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)

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