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Ernährung & Gesundheit

22. Oktober 2017 | 03:16 Uhr

Bunt gestreift : Pflaster mit Mehrwert

vom

Egal ob kühlend oder wärmend, die bunten Klebestreifen sind eine wahre Wunderwaffe und helfen nicht nur Leistungssportlern.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2012 | 11:51 Uhr

Bekannt geworden sind Tapes (Tape [englisch]: "Band") vor allem in Form von unelastischen Tape-Verbänden, die zur Stabilisation oder Ruhigstellung am Körper angelegt werden. Inzwischen hat sich eine weitere Art der Tape-Anwendung bei Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten etabliert: das medizinische Tapen.
Dehnbares und selbstklebendes Gewebe
Zurückzuführen ist die Methode auf den japanischen Chiropraktiker Kenso Kase, der das medizinische Tapen 1970 unter dem Namen Kinesio-Tex auf den Markt brachte. In den 1990er Jahren kam die Technik nach Deutschland. Verwendet wird beim medizinischen Tapen ein äußerst dehnbares und luftdurchlässiges Baumwollgewebe, welches wie ein Pflaster partiell auf die Haut aufgetragen wird. Dass das Gewebe selbst beim Duschen und Waschen nicht abfällt, ist seiner speziellen Beschichtung zu verdanken. Diese reagiert auf Körperwärme und entwickelt extrem gute Hafteigenschaften. Erst nach etwa fünf bis sieben Tagen löst sich das Tape rückstandslos von der Haut ab. Vorteile bei der Anwendung: Das Tape hat sich als nahezu allergiefrei bewiesen. Die Bewegungsfreiheit wird nicht eingeschränkt.
Vielseitig verwendbar
Das medizinische Tapen wird vor allem bei akuten und chronischen Erkrankungen genutzt. Indikationen sind zum Beispiel Beschwerden des Bewegungsapparates wie Verspannungen und Schmerzzustände, Sportverletzungen wie Zerrungen und Prellungen, Tennisarm oder Golfer-Ellenbogen, Migräne, Tinnitus oder auch Lymphödem und Arthrose.
Die Physiotherapeutin Carolin Weidner betreut die Handballer der SG Flensburg-Handewitt und nutzt die positive Wirkung der Tapes auch für ihre "normalen" Patienten. "Sowohl akut als auch präventiv lassen sich viele Beschwerden damit lindern", weiß die Expertin. Dazu gehören Schmerzen nach Operationen, Rückenbeschwerden während der Schwangerschaft, bessere Heilungserfolge bei Narben, und sogar Kinder profitieren von den bunten Pflastern. "Bei Schwellungen sind die so genannten Lymphtapes besonders erfolgreich, weil sie über einen langen Zeitraum an den betroffenen Körperstellen verbleiben können", empfiehlt Carolin Weidner. Nach dem Anlegen dauert es etwa 20 Minuten, bis das Tape durch die Körperwärme und die dazugehörende Bewegung einsatzbereit ist.
Die Tapes haben durch ihre physikalischen Eigenschaften und die spezielle Art der Anbringung eine stimulierende Wirkung auf Muskelpartien und Gelenke sowie auf das Lymph- und Nervensystem. So heben die Tapes die oberen Hautschichten an und wirken dadurch positiv auf die Schmerzrezeptoren ein.
Achtung beim Selbstanlegen
Ob medizinisches Tapen als alleinige Therapie oder als ein integriertes Element in der Behandlung eingesetzt wird, ist von der Art der Erkrankung und den Erfahrungswerten des jeweiligen Therapeuten abhängig. Auch präventiv können die Pflaster angelegt werden. Wer sich ein Tape selbst anlegen möchten, sollten sich das Aufbringen vorher unbedingt von einem Fachmann zeigen lassen. Es kommt darauf an, von wo nach wo es gesetzt wird. Möglicherweise wird sonst ein Muskel entspannt, der eigentlich aktiviert werden soll.
Die Tapes werden vielfach noch farblich unterschieden (etwa Gelb/Rot: aktivierend, wärmend - Blau: kühlend). Aber immer mehr setzt sich das neutrale beigefarbene Tape durch, dass vielseitig verwendbar ist. Zu vermeiden ist das Tapen auf offenen Wunden, auf Hautreaktionen sowie bei einer vorliegenden Pflaster-Allergie.
Tipps: Beim Ablösen das Tape etwas anfeuchten oder mit Öl benetzen. Vor dem Anbringen auf fettiger Haut diese zuvor mit einer Lotion entfetten. Baden kann zum Ablösen des Pflasters führen.

Medizinisches Tapen ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden (je nach Größe belaufen sich die Kosten auf fünf bis 30 Euro). Tapes können über das Internet bestellt werden. Da inzwischen verschiedene Marken wie ChiroTape, Kinesio-Tape oder Medi-Taping existieren, am besten Rat beim Experten einholen, welches Tape für das eigene Anliegen sinnvoll ist.

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