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Schmerztherapie : Pflanzliche Mittel zur Schmerztherapie

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Pflanzliche Schmerzmittel eignen sich gut als Unterstützung bei chronischen Schmerzen. Gegen Hals- oder Kopfschmerzen gibt es einfache Mittel.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2013 | 08:30 Uhr

Gegen die meisten Beschwerden gibt es eine pflanzliche Alternative zu den Standard-Medikamenten. In der Schmerztherapie kommt dieser Alternative eine besondere Bedeutung zu. Hier wird sie von Ärzten gern zur Unterstützung genutzt. Denn viele Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, wünschen sich eine Therapie mit weniger Nebenwirkungen. Auch die Behandlung von Schmerzen bei Kindern kann auf diese Weise erleichtert werden.

Bei Bauchschmerzen kann schon ein Kamillentee oder (bei Kindern) Wickel mit Kamille helfen. Unkompliziert ist die Anwendung pflanzlicher Mittel auch bei Halsschmerzen. Dr. Pontus Harten, Internist und Rheumatologe aus Kiel empfiehlt: "Salbei oder isländisch Moos können beruhigend auf die Schleimhäute des Halses wirken." So können sie bei Reizhusten, Entzündungen und Schmerzen Abhilfe schaffen.

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Bei Spannungskopfschmerzen kann Pfefferminzöl helfen. "Bei Studien in Kiel wurden Paracetamol und Pfefferminzöl auf ihre schmerzstillende Wirkung hin verglichen. Pfefferminzöl kann genauso gut wirken", erzählt Harten. Der Effekt werde vermutlich durch die kühlende Wirkung hervorgerufen. "Das verdünnte Öl wird auf die Schläfen, den Nacken und den Scheitel aufgetragen."

Paprikafrüchte (Cayenne-Pfeffer) und Chili sind jedem aus der Küche bekannt. In verschiedenen Formen (Pflaster oder Cremes) können sie gegen Nervenschmerzen helfen, wie sie beispielsweise bei einem Hexenschuss oder nach einer Gürtelrose auftreten können (Post-Zoster-Neuralgie). "Capsaizin wird lokal auf den Schmerzpunkt aufgetragen. Zunächst verstärkt es den Schmerz, dann tritt eine Taubheit ein." Diese kann laut Harten zur Schmerzbehandlung genutzt werden.

Hilfe bei Schmerzen in Muskeln oder Gelenken

Bei Beschwerden der Muskeln oder Gelenke können Arnika und Beinwell helfen. "Arnika wird lokal, als Salbe oder homöopathisch angewendet", erklärt Harten. Beinwell wird in der Regel als Salbe verwendet. Diese kann bei Entzündungen auf die Haut aufgetragen werden. Wichtig ist die Verdünnung der Tinkturen. "Arnika und Beinwell sind giftig", warnt der Experte. Bei beiden Pflanzen sollte von einem Auftragen auf offene Wunden abgesehen werden.

Wer unter Menstruationsbeschwerden leidet, wird sich freuen: Auch auf diesem Gebiet kennt Harten pflanzliche Alternativen: "Mönchspfeffer und Traubensilberkerze können bei Menstruationsbeschwerden helfen." Mönchspfeffer wird oft verschrieben gegen die Auswirkungen des prämenstruellen Syndroms (PMS) - also Reizbarkeit, Schmerzen oder Wassereinlagerungen. Gleiches gilt für die Traubensilberkerze. Sie hilft zudem gegen Unregelmäßigkeiten im Zyklus und bei Beschwerden während der Wechseljahre. Bei beiden treten allerdings Nebenwirkungen auf. Die Traubensilberkerze ist schleimhautreizend, was zu Magenbeschwerden führen kann. Der Mönchspfeffer kann unter anderen sexuelle Unlust und Übelkeit hervorrufen.

Bei allen pflanzlichen Mitteln sollte genau auf die empfohlene Anwendung geachtet werden. Viele Pflanzen sind nicht (oder nur selten) für eine innere Anwendung geeignet (z.B. Arnika und Beinwell). Darum empfiehlt Harten die Rücksprache mit einem Arzt, wenn die Behandlung über einen langen Zeitraum erfolgen soll oder Nebenwirkungen auftreten.

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