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Ernährung und Gesundheit : Pflanzen statt Fleisch kauen: Am 1. Oktober ist Weltvegetariertag

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shz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 05:30 Uhr

Auch in diesem Jahr wird am 1. Oktober wieder der internationale Weltvegetariertag gefeiert. Die pflanzliche Lebensweise ist längst in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Wie viele Vegetarier es tatsächlich in Deutschland gibt, ist nicht ganz klar. Die Schätzungen liegen zwischen gut 4 und 10 Prozent der Menschen in Deutschland. Laut einer Befragung des Marktforschungsinstituts Skopos leben außerdem 1,3 Millionen Menschen in Deutschland vegan. Noch vor drei Jahren waren es 900.000.

Das Meinungsforschungsinstitut Nielsen fand kürzlich heraus, dass bereits 31 Prozent der Deutschen bewusst weniger Fleisch essen. „Immer mehr Verbraucher erkennen die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung für die Tiere, die Umwelt und die eigene Gesundheit. Das wachsende Angebot an vegetarischen Produkten erleichtert es ihnen, ihre Ernährung pflanzlicher und somit nachhaltiger zu gestalten“, erklärt Sebastian Joy, Geschäftsführung der Ernährungsorganisation ProVeg.

Fleischkonsum: acht Kilogramm weniger als vor 20 Jahren

Der Fleischverzehr in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 60 Kilogramm im Jahr 2016 hat sich die Menge im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Kilogramm verringert. Innerhalb der letzten 20 Jahre ist die Menge sogar um 8 Kilogramm gesunken. Vor allem Schweinefleisch wurde 2016 deutlich weniger konsumiert als in den Jahren zuvor. Seit 2011 ist der Schweinefleischkonsum in Deutschland um 10 Prozent zurückgegangen, so die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Durch eine wachsende Anzahl an vegetarisch, vegan und flexitarisch lebenden Menschen wird die Fleischproduktion voraussichtlich auch in Zukunft immer weiter abnehmen.

Veggie-Produkte: 686 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2016

Immer mehr Unternehmen bieten innovative pflanzliche Produkte an und treffen damit den Geschmack der Verbraucher. Deutschland ist hier Spitzenreiter: Die Anzahl der Produkteinführungen mit vegetarischen Auslobungen in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren von 3 Prozent im Jahr 2012 auf 7 Prozent im Jahr 2016 gestiegen Laut Marktforschungsinstitut Nielsen stieg der Umsatz mit vegetarischen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2016 auf 686 Millionen Euro. Das ist eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Verbraucher können in den Regalen inzwischen aus einer großen Auswahl an Veggie-Produkten wählen.

<p>Es muss nicht immer nur Fleisch sein: zart gegrilltes und fein zubereitetes Gemüse gehört mittlerweile bei jeder Grillparty mit auf den Grillrost.</p>

Es muss nicht immer nur Fleisch sein: zart gegrilltes und fein zubereitetes Gemüse gehört mittlerweile bei jeder Grillparty mit auf den Grillrost.

Foto: Fotolia
 

Gastronomie: 616 vegetarische Restaurants in Deutschland

Auch in der Gastronomie ist der vegane Trend angekommen. Ein vielfältiges vegetarisches Angebot ist laut GV-Barometer 2017 einer der wichtigsten Trends der Gastronomie der Zukunft. Immer mehr Gäste wünschen sich gesunde pflanzliche Gerichte auf der Speisekarte. Insgesamt 58 Prozent der Gastronomen gehen davon aus, dass vegetarisches Essen weiter an Bedeutung gewinnt. In großen und mittelgroßen Städten in Deutschland gibt es aktuell mindestens 616 rein vegetarische Gastronomiebetriebe. Das ist fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Mit 193 rein vegetarischen Restaurants und Cafés ist Berlin klarer Vorreiter. Aber auch andere Städte bieten vielfältige Möglichkeiten, vegetarische Speisen auszuprobieren.

V-Label bietet Orientierung beim Einkauf

Für alle, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, oder ihren Fleischkonsum reduzieren möchten, bietet ProVeg das V-Label. Das V-Label ist ein international geschütztes Qualitätssiegel zur Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel. Verbraucher können so auf einen Blick erkennen, welche Produkte vegetarisch oder vegan sind, und sich bewusst für die nachhaltigere Variante entscheiden. Die Kriterien des V-Labels umfassen auch, dass nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die Hilfsstoffe, die bei der Produktion verwendet werden, nicht tierischen Ursprungs sind. Dies bietet Verbrauchern mehr Transparenz beim Einkauf.

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