Organspende: Initiative gegen Schummelei

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16. Mai 2013, 03:59 Uhr

Berlin | Medizinische Richtlinien zur Organentnahme könnten schon bald einer stärkeren Kontrolle unterliegen. Darauf zielt ein Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium. Ob er die Zustimmung aller Fraktionen findet, entscheidet sich morgen. Hintergrund der Initiative ist, nach den Skandalen um Organspenden das Vertrauen in die Transplantationszentren zurückzugewinnen, um die Bereitschaft zur Organspende wieder zu erhöhen. Es solle noch vor der Sommerpause gesetzlich geregelt werden, dass die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Definition des Hirntods und zur Warteliste stärker staatlich kontrolliert werden, indem sie vom Bundesministerium zu genehmigen seien, hieß es aus Koalitionskreisen. Mit der Novelle des Transplantationsgesetzes wurden 2012 die Weichen für verbesserte Regelungen gestellt. Wartelisten-Manipulationen ließen die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland einbrechen: Im Jahr 2012 um 12,8 Prozent, im ersten Quartal 2013 um 18 Prozent - auf nur noch 230 Organspender.

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