Besonderer Tropfen : Omerto: Wein aus Tomaten

Es ist kein Ketchup, kein Saft, sondern Wein, der aus Tomaten hergestellt und Omerto genannt wird.

Lisa-Marie Spring von
24. Oktober 2018, 12:12 Uhr

Foodtrends gibt und gab es bereits viele. Meistens sind sie entweder sehr gesund oder so ungesund und überzuckert, dass man fast befürchtet, schon durch den Anblick Diabetiker zu werden. Sie alle haben aber eins gemeinsam: Altbekannte Zutaten werden neu kombiniert und so garniert, dass das Herz eines jeden Instagramers höher schlägt. Vielleicht gehört bald auch der Tomatenwein zu den Trends, die auch gerne aus alten Schulbussen, Foodtrucks genannt, verkauft werden. Potenzial dazu hat er.

Über Pruno und Omerto

Obwohl er bereits seit fast einem Jahrhundert immer mal wieder hergestellt wird, ist er noch sehr unbekannt. Wein, der im Entferntesten Tomaten enthält, werden daher eher diejenigen kennen, die sich schon mal mit amerikanischen Gefängnissen auseinander gesetzt haben und/oder mit dem Literaturpreis-Gewinner Jarvis Jay Masters. Dieser verbüßt eine lebenslängliche Haftstrafe und hat in seinem Gedicht „Recipe for Prison Pruno“ die Herstellung des Weins Pruno, der unter anderem Ketchup enthält, beschrieben.

Aber Pruno ist kaum zu vergleichen bei dem Tomatenwein, der laut eigener Aussage weltweit nur von einem, nämlich dem Weinexperten Pascal Miche, hergestellt wird. Sein Wein heißt Omerto und wird auf einer Tomatenplantage in der Nähe von Quebec geschaffen. Bereits Miches Urgroßvater hat 1938 aus Tomaten Wein hergestellt. Ein besonders guter Jahrgangswein überzeugte Miche, diese Idee wieder aufleben zu lassen. Jahrelang optimierte und erweiterte er das Familienrezept

Tomatenwein ohne Tomatengeschmack

Das Ergebnis lässt sich in Kanada oder im Onlineshop bestaunen und für ca. 24 Euro pro Flasche erwerben. Es stehen vier Variationen zur Auswahl – zwei sind fruchtig und süß, zwei haben ein holziges, rauchiges Aroma –, der Alkoholgehalt beträgt ca. 16 Prozent. Das Rezept ist streng geheim.

Eigenen Angaben zufolge lässt sich der Omerto, von dem ungefähr 50.000 Falschen pro Jahr produziert werden, mit jedem Gericht kombinieren, zu dem man auch Wein aus Trauben trinken würde. Laut Erfahrungsberichten schmecken alle Variationen nicht nach Tomate, sondern eher nach einem leicht säuerlichen Sherry.

Wichtig ist, dass die Tomaten sehr reif sind, bevor sie geerntet werden.
Unsplash

Wichtig ist, dass die Tomaten sehr reif sind, bevor sie geerntet werden.

 

Die Idee, Tomatenwein herzustellen, ist zwar ungewöhnlich, beruht aber letztendlich auf der Tatsache, dass sich aus allen Früchten Wein herstellen lässt. Sogar Bananen oder Avocados eignen sich demnach, aber ob die komplizierte Herstellung sich damit wirklich lohnt, ist wahrlich eine Geschmackssache.

(Mit Bundeszentrum für Ernährung, omerto.com)

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