DRK sucht Freiwillige : Ohne Fahrer kommt kein Essen

Schnell, bevor es kalt wird: Die Thermoverpackungen sorgen dafür, dass das Essen noch warm ist, wenn Jürgen Parschat es den Kunden bringt.  Foto: pelte
Schnell, bevor es kalt wird: Die Thermoverpackungen sorgen dafür, dass das Essen noch warm ist, wenn Jürgen Parschat es den Kunden bringt. Foto: pelte

"Essen auf Rädern" kann nur mit der Hilfe von Ehrenamtlichen funktionieren. Der Ortsverein Leck des Deutschen Roten Kreuzes benötigt dringend zusätzliche Freiwillige.

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27. März 2013, 09:16 Uhr

Leck | Es ist 10 Uhr und heute steht Erbsensuppe auf dem Speiseplan. Dienstbeginn für Jürgen Parschat. Mit dem Fahrrad fährt der 70-Jährige zum Vereinsheim des Deutschen Roten Kreuzes in Leck. Von dort geht es weiter mit dem Dienstwagen. Jürgen Parschat ist ehrenamtlicher Fahrer für den Service "Essen auf Rädern". Seit fünf Jahren nimmt er sich regelmäßig vormittags Zeit, um die Mittagsspeisen zu den Kunden in Leck und Umgebung zu bringen.

Erste Station ist ein örtlicher Schlachter. Hier wird das Essen eingeschweißt und in Thermobehälter verpackt, so dass es lange warm bleibt. 23 Portionen stehen heute für Jürgen Parschat bereit. "Es sind mal mehr mal weniger, aber meist mindestens 20." Der ehemalige Soldat sortiert die Packungen im Kofferraum schon einmal vor, "so muss ich später nicht lange rumwühlen".

Freiwilligendienst "ideal"

Rund 35 bis 40 Kilometer ist eine übliche Tour durch die Gemeinde lang. Knapp zwei Stunden brauchen die Fahrer dafür. Beliefert werden zum Großteil alleinstehende Rentner, die nur mit Schwierigkeiten selbst einkaufen oder kochen können. Eine von ihnen ist Frauke Voss. Die über 80-Jährige nutzt den Service schon seit vielen Jahren und ist sehr zufrieden, "sonst wäre ich ja nicht so lange dabei geblieben".

Durch einen Unfall hatte sie vor einigen Jahren viel von ihrer Beweglichkeit eingebüßt. Ähnliche Umstände und natürlich das hohe Alter machen vielen der Kunden zu schaffen. Deswegen sind sie dankbar, wenn das DRK-Mobil vor der Tür hält. "Die meisten sind wirklich nett", erzählt Jürgen Parschat. Denn auch wenn er meist nicht lange bleibt, erfährt er durch seine regelmäßigen Besuche doch viel über die Menschen.

Die Schichten der Fahrer umfassen in der Regel immer eine Woche, ausgefahren wird an allen sieben Tagen inklusive aller Feiertage. Bisher kümmerten sich vier Freiwillige um den Service. "Das war ideal", sagt Jürgen Parschat. So habe jeder einmal im Monat Dienst gehabt. Doch kürzlich fiel ein Kollege durch Krankheit aus, ein anderer ist verzogen.

Freiwillige gesucht

Deswegen macht sich DRK-Vorsitzender Reinhardt Schulz Sorgen um die langfristige Arbeitsbelastung seiner beiden verbliebenen Ausfahrer. Schließlich arbeiten die Männer ehrenamtlich, bekommen nur eine kleine Aufwandsentschädigung. "Wir brauchen dringend zusätzliche Freiwillige." Schließlich hat der Essens-Service beim Lecker DRK eine lange Tradition. Seit mehr als 15 Jahren wird bei jedem Wetter Mittagessen an die Haustür gebracht.

"Es ist für uns ganz wichtig, dass das Angebot bestehen bleibt", so Reinhardt Schulz. "Wir sind die einzigen, die diese Art der Versorgung anbieten - und überhaupt anbieten können." Denn die Kunden zahlen einzig den Preis für das Mittagessen, der eins zu eins an die Schlachterei weitergegeben wird. Für Fahrzeug, Fahrer und Arbeit kommt das Rote Kreuz auf - und das funktioniert nur mit der Hilfe von Ehrenamtlichen. Wer sich beim Essen auf Rädern als Fahrer engagieren möchte, braucht einzig einen Führerschein. Interessierte melden sich bei Reinhardt Schulz unter Telefon 04662/2820.

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