Das Immunsystem wappnen : Obst, Gemüse oder Ergänzungsmittel? Erkältungen richtig vorbeugen

Frisches Gemüse ist die bessere Wahl, wenn man die Abwehrkräfte stärken möchte. /dpa-tmn
Foto:
Frisches Gemüse ist die bessere Wahl, wenn man die Abwehrkräfte stärken möchte. /dpa-tmn

Es ist Erkältungszeit. Manche Menschen greifen jetzt zu teuren Vitaminpräparaten, die die Abwehrkräfte stärken sollen. Dabei ist eine gesunde Ernährung sinnvoller.

shz.de von
03. Dezember 2017, 05:02 Uhr

Sitzen die ersten Kollegen hustend und zwischen benutzten Taschentüchern im Büro, fragen sich viele, wie sie ihr Immunsystem wappnen können. Allerhand Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C, Zink und Co. kommen dann zum Einsatz. Aber hilft das wirklich?

„Für die meisten angepriesenen Mittel gibt es keinen ausreichenden Wirkungsnachweis“, befindet Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Naturheilkunde an der Charité. Vitamine sind grundsätzlich wichtig für den Körper. Aber: „Die Natur hat immer den besseren Cocktail“, so Andreas Michalsen.

Obst und Gemüse sowie Ballaststoffe für das Abwehrsystem

  • Obst und Gemüse enthalten eine Kombination aus Vitaminen und zudem sekundäre Pflanzenstoffe, die der Körper besser nutzen kann. Wer seine Abwehrkräfte stärken will, sollte deswegen auf eine ausgewogene Ernährung statt auf Tabletten setzen. Michalsen empfiehlt eine ballaststoffreiche Ernährung, die die Darmbakterien bei ihrer Arbeit unterstützt. „Wir wissen mittlerweile, dass der Darm eine große Rolle bei der Infektabwehr spielt.“
     
  • Ballaststoffe stecken in zum Beispiel in Gemüse und Vollkornprodukten. Im Herbst und Winter kommt am besten viel Wurzelgemüse auf den Tisch. Außerdem darf es scharf und bitter sein. Das stärke die Abwehrkräfte und wärme von innen, sagt Andreas Michalsen


Fit dank Sauna und Kneipp-Güssen

Neben gesundem Essen helfen auch gezielte Reize, den Körper gegen Infekte zu wappnen. Sauna mit anschließender Abkühlung, Wechselduschen, Kneipp-Güsse oder Spaziergänge an der frischen Luft holen den Organismus aus der Lethargie und trainieren die Anpassung an die Kälte. „Bis in den Spätsommer hinein sind die Menschen häufig noch aktiv“, ist Michalsens Erfahrung. Wichtig sei aber, sich auch im Herbst und Winter viel zu bewegen. Je fitter der Körper ist, desto besser kommt er mit umherfliegenden Viren zurecht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert