Grippe-Viren : Nur eine Impfung schützt

Muss die Grippe-Impfung sein? Steinburger Ärzte sagen 'Ja'. Foto: dpa
Muss die Grippe-Impfung sein? Steinburger Ärzte sagen "Ja". Foto: dpa

In punkto Grippe gibt es viele Verunsicherungen. Die kürzlichen Lieferengpässe haben diese Situation nicht verbessert. Nun wollen Steinburger Ärzte aufklären.

shz.de von
11. Oktober 2012, 06:51 Uhr

Kreis Steinburg | Hohes Fieber, Schüttelfrost, rasende Kopfschmerzen und Übelkeit - mit einer Grippe ist nicht zu spaßen. Jedes Jahr sterben immer noch etliche Betroffene an dem Influenza-Virus. Trotzdem lassen sich immer weniger Menschen dagegen impfen. Häufigste Ursache für die Impf-Müdigkeit, ist die Angst vor den Nebenwirkungen. "Es herrscht immer noch viel Verunsicherung, weil viele Menschen denken, dass man danach krank wird", weiß Kinder- und Jugendarzt Christopher Schäfer. Dabei seien die Sorgen völlig unbegründet. "Es kann zwar sein, dass man sich einen Tag lang nicht gut fühlt, aber mehr auch nicht", versichert der Mediziner.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, wollen Steinburgs Ärzte jetzt ein Stück Auflärungsarbeit leisten. "Wir wollen in erster Linie Ruhe und Übersicht reinbringen", erklärt Kreisverbandsärztin Dr. Claudia Vollmers, die gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Axel Kloetzing und Christopher Schäfer an die Steinburger appellieren will. "Uns geht es um die Gesundheit der Gesamtbevölkerung, wir wollen möglichst flächendeckend impfen." Besonders wichtig sei die Impfung jedoch für Risikopatienten, wie Kinder, Jugendliche, ältere Menschen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranke.
Jährliches Impfen
Doch nicht nur die sollten sich vor der Influenza schützen. Denn: "Wer einmal eine richtige Grippe hatte, der lässt sich impfen", ist sich Schäfer sicher. Im Gegensatz zu einer bakteriellen, könne eine virale Erkrankungen nicht therapiert werden. Lediglich die Symptome könnten behandelt werden. Entscheidend sei auch, den Schutz jedes Jahr wieder erneuern zu lassen. Denn der Impfstoff werde ständig neu zusammengesetzt, um auf die verschiedenen Arten von Influenza-Viren zu reagieren.
Zu der Verunsicherung der Bevölkerung kam in den letzten Wochen noch ein weiteres Problem dazu: Lieferengpässe führten dazu, dass den niedergelassenen Ärzten der Impfstoff fehlt. Und das, obwohl gerade jetzt die Zeit der Grippewellen beginnt. Grund dafür war eine Gesetzesänderung, die das Bestellverfahren der Impfstoffe veränderte.
Noch ist es nicht zu spät
Bislang hatte sich jeder Arzt den Impfstoff für seine Patienten selbst bestellt - jetzt handelten die Krankenkassen erstmals Rabattverträge mit den Herstellern - in diesem Fall mit der Firma Novartis - aus, um die Kosten zu senken. Weil der jedoch Probleme mit der Zulassung hatte, waren den betroffenen Ärzten bisher die Hände gebunden. Mittlerweile hat die Auslieferung des Impfstoffes begonnen.
Wer den Gang in die Praxis bis jetzt noch nicht geschafft hat, muss sich jedoch noch keine Sorgen machen. Selbst im November oder Dezember sei eine Impfung noch sinnvoll, rät Christopher Schäfer.

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