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Kinderkrankheiten : Nicht alle Kinder reagieren gleich

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Lungenentzündungen können sich bei Kindern auf unterschiedlichste Art äußern. Aus diesem Grund sollte man den kranken Nachwuchs gut im Auge behalten.

Starker Husten, Atemnot, Fieber und Schüttelfrost: Wenn Eltern diese Symptome an ihren Kindern beobachten, dann sollten diese einen Arzt aufsuchen. "Es könnte sich dabei um eine Lungenentzündung handeln", stellt der in Eckernförde praktizierende Kinderarzt Dr. Sven-Arne Zeller fest. In Deutschland erkranken jährlich etwa 400.000 Menschen, meist in Zeiten einer Grippewelle, an einer Lungenentzündung. Insbesondere Säuglinge, Kleinkinder sowie ältere Menschen zählen zu den Risikogruppen, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht voll ausgereift oder geschwächt ist.
Eine Lungenentzündung, auch Pneumonie genannt, ist eine akute oder chronische Entzündung der Lungenbläschen oder des Lungengewebes. Bei gesunden Menschen verfügt die Lunge über verschiedene Abwehrmechanismen, die das Eindringen von Bakterien, Viren oder anderen Erregern vermeiden. Kleine Flimmerhärchen, die in der Schleimhaut der Atemwege sitzen, verhindern beispielsweise, dass Staubpartikel in die unteren Atemwege bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) gelangen und sich dort ablagern. Falls mit der eingeatmeten Luft doch Partikel die Lungenbläschen erreichen, werden sie von Zellen des Immunsystems unschädlich gemacht. "Sind diese Abwehrmechanismen der Lunge jedoch gestört", erklärt der Kinderarzt, "können sich Bakterien und Viren im Lungengewebe ablagern und eine Entzündung verursachen".

Hinweise können unterschiedlich sein

Ausgelöst wird eine Lungenentzündung meist durch Bakterien. Die häufigste Ursache für eine Lungenentzündung ist eine vorangegangene Infektion der Atemwege, deren Krankheitserreger per Tröpfcheninfektion von anderen Kranken durch Sprechen, Husten oder Niesen übertragen werden. Zunächst hört der Arzt die Lunge nach einem "Raseln" ab. "Falls man nichts hört, kann man auch Bluttests durchführen und anhand des Bluts die Entzündungsreaktion ablesen", erklärt der Kinderarzt. Demnach entscheidet sich dann, ob Antibiotika zur Behandlung herangezogen werden muss, ob das Kind ins Krankenhaus muss oder wieder nach Hause kann. Zeller: "Generell sollte der Körper aber viel alleine machen.“
Zeller verdeutlicht, dass sich das Krankheitsbild bei Kindern unterschiedlich ausdrückt. Die typischen Symptome seien zwar starker Husten, Schüttelfrost, Fieber, ein schneller Puls, eine angestrengte und schnelle Atmung sowie Atemnot - müssten aber nicht alle auftreten. Wenn Kleinkinder von einer Lungenentzündung betroffen sind, verschlechtert sich die Gesundheit innerhalb von wenigen Tagen und es treten die charakteristischen Symptome auf. Vor allem bei Säuglingen ist das heftige Bewegen der Nasenflügel, die synchron zur Atmung auftreten, ein Anzeichen für eine Lungenentzündung. Schulkinder dagegen leiden oftmals unter einer verschleppten, chronischen Lungenentzündung, bei der sie über zwei bis drei Wochen stark husteten, über Kopfschmerzen klagten, Fieber aber nicht unbedingt auftreten müsse, so der Arzt.
Der Husten ist anfangs oft trocken und schmerzhaft. Nach einigen Tagen bildet sich meist ein verfärbter Schleim, den ältere Kinder abhusten, während Säuglinge ihn verschlucken können. Insgesamt sehen die betroffenen Kinder matt und blass aus. Aufgrund einer verminderten Sauerstoffaufnahme können Lippen und das Nagelbett bläulich verfärben. Zeller: "Der Verdacht auf eine Lungenentzündung ist von Ärzten und Eltern auf jeden Fall ernst zu nehmen. Zur Sicherheit sollten Kinder dem Arzt vorgestellt werden - auch damit Eltern die Ängste genommen werden."

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erstellt am 11.Dez.2012 | 03:49 Uhr

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