Universitätsklinikum Kiel : Neues Krebszentrum präsentiert sich

Bereits zu Beginn der Veranstaltung war der Besucheransturm groß, wie hier beim Grußwort von Dr. Monika Böske, Tochter des Namensgebers Professor Dr. Dr. Karl Lennert. Foto: Suhr
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Bereits zu Beginn der Veranstaltung war der Besucheransturm groß, wie hier beim Grußwort von Dr. Monika Böske, Tochter des Namensgebers Professor Dr. Dr. Karl Lennert. Foto: Suhr

Mehr als 2000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür ins Kieler Krebszentrum. Ab Ende April sollen dort erste Patienten zukunftsweisend behandelt werden.

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15. April 2013, 11:47 Uhr

Kiel | Was 2008 als Neubau für ein Partikel-Therapie-Zentrum begann, wurde am vergangenen Wochenende mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt - das "Karl-Lennert-Krebscentrum Nord" des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) an der Feldstraße. Mehr als 2000 Besucher nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, einen Blick in eines der modernsten interdisziplinären onkologischen Behandlungszentren im Norden zu werfen. Auch Kieler Politiker waren vor Ort.

"Nach der schmerzlichen Erfahrung, dass die Realisierung der Partikeltherapie unmöglich geworden war, haben wir darum gerungen, dass aus der Krise eine Chance wächst", sagte Professor Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. Und weiter: "Gemeinsam mit Siemens ist eine Lösung gelungen, ein zukunftsweisendes Zentrum für die Krebstherapie zu errichten". Scholz betonte, dass das Zentrum nicht nur die Versorgung von Patienten, sondern auch die Forschung auf höchstem Niveau sichere. Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) hob die Bedeutung des "Karl-Lennert-Krebscentrums" sowohl für die Patienten als auch für die Stadt Kiel hervor, ebenso wie Ex-OB Angelika Volquartz (CDU), die den Bau - seinerzeit als Partikelzentrum - mit auf den Weg brachte. Dr. Monika Böske, Tochter des Namensgebers, des Kieler Pathologen Professor Dr. Dr. Karl Lennert, dankte mit sehr persönlichen Worten für die große Ehre, die ihrem im letzten Jahr verstorbenen Vater mit der Namensgebung entgegengebracht wurde.

Ein "Meilenstein" für die Krebsbehandlung

Im neuen Krebszentrum werden zukünftig die Kliniken für Strahlentherapie und Radiologie sowie die fachübergreifende Chemotherapie-Ambulanz der Klinik für Innere Medizin II unter einem Dach zusammenarbeiten. Bis zu 2000 Patienten der Strahlentherapie - davon etwa 1000 stationäre -, rund 500 Fälle der Nuklearmedizin, über 3000 in der Chemotherapie-Ambulanz sowie einige Tausend Patienten zur Nachsorge sollen dort jährlich betreut werden.

Die Patienten - die Aufnahme der ersten ist für den 29. April geplant - sollen vom neuen Zentrum profitieren. Denn Spezialisten stünden Schulter an Schulter, was nicht nur Wege erspare, sondern auch die Kommunikation beschleunige, die für eine fachübergreifende Diagnose und Therapie von hoher Bedeutung sei, sagte Professor Dr. Christoph Röcken, kommissarischer Leiter des Zentrums. "Wir setzen damit einen Meilenstein auf dem Weg einer zukunftsweisenden Behandlung bei Krebs", so Röcken.

Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 8700 Quadratmetern verfügt über großzügige Behandlungs- und Diagnoseeinheiten sowie über eine Bettenstation der Klinik für Strahlentherapie mit 31 Betten und acht Betten der Nuklearmedizin. Der interdisziplinären Chemotherapie-Ambulanz stehen 24 Therapieplätze zur Verfügung. Neben einer Orientierung des transparenten Baus zur neu gestalteten benachbarten Parkanlage schaffen großzügige Verglasung und die im Innenraum verwendeten Naturstoffe eine helle Atmosphäre für die Patienten. Auf deren häufige Frage nach der Diagnose "Krebs", an wen sie sich nun wenden könnten, hatte UKSH-Vorstandsvorsitzender Scholz am Samstag die Antwort: "Herzlich willkommen im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord".

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