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Schwangerschaft : Neuer Anspruch auf Ultraschalluntersuchungen

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Mit einem neuen Beschluss zur Ultraschallvorsorge in der Schwangerschaft haben werdende Mütter zukünftig die Wahl: Eine erweiterte Untersuchung schafft zusätzliche Sicherheit.

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 07:09 Uhr

Durch Schallwellen werden die ersten Herztöne des Ungeborenen hör- und sichtbar. Wem das nicht reicht, der kann auf einen 3D-Ultraschall zurückgreifen: Bilder, die an ein verblichenes Polaroid erinnern, zeigen das kindliche Gesicht und lassen erste Ähnlichkeiten zu Mamas Mund oder Papas Nase vermuten.
Doch welche Ultraschalluntersuchungen sind festgelegt und werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen? Seit dem 1. Juli gilt ein neuer Anspruch auf drei so genannte Basis-Ultraschalluntersuchungen. Diese sollen zeigen, ob sich das Kind altersgerecht entwickelt, Hinweise auf Entwicklungsstörungen vorhanden sind oder ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.

Zusätzliche Leistung wird integriert

Auch wenn bereits in den letzten Jahren in jedem Drittel der Schwangerschaft eine Ultraschalluntersuchung Bestandteil der Vorsorge war, beschreibt eine Sprecherin des Gemeinsamen Bundesausschusses in Berlin wichtige Neuerungen: "Die Schwangere hat bei der zweiten Ultraschalluntersuchung nun die Möglichkeit, zwischen der Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung zu wählen. Bei letzterer beurteilt der Arzt neben der Entwicklung des Fötus auch die Ausbildung von Körperteilen und Organen im Detail. Eine zusätzliche Leistung wird also in die Untersuchung integriert."
Neu ist auch das Merkblatt. Deutschlandweit soll es in den Frauenarztpraxen die ärztliche Aufklärung unterstützen, indem es bereits vor dem ersten Ultraschall verteilt wird. Die Broschüre stellt die drei Ultraschalluntersuchungen detailliert vor und erläutert, wann weitere Untersuchungen notwendig werden und welche Rechte die Schwangere hat. So stellen sich die Vorteile der Ultraschalluntersuchungen auf einen Blick dar. Aber auch über mögliche Bedenken und Einwände wird informiert: Eine gute Grundlage um sich der eigenen Entscheidung sicher zu sein. Interessierte können das Merkblatt auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses herunterladen.

Deutschland liegt zahlenmäßig im oberen Bereich

Mit dem Anspruch auf drei Ultraschalluntersuchungen bei einer medizinisch unauffälligen Schwangerschaft liegt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern im oberen Bereich. Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen erläutert, dass eine höhere Zahl an Ultraschalluntersuchungen nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit auf ein gesundes Kind hebt. Vielmehr komme es auf die Erfahrung des Arztes und auf die technische Ausstattung der Praxis an. Weitere Ultraschalluntersuchungen werden natürlich notwendig, wenn besondere medizinische Gründe dafür sprechen.
Der eingangs erwähnte 3D-Ultraschall bleibt bei einer unauffälligen Schwangerschaft eine individuelle Gesundheitsleistung. Als Igel-Leistung wird er nicht von der Krankenkasse bezahlt. Viele Eltern nutzen ihn trotzdem, um ein erstes "richtiges" Bild von ihrem Kind zu bekommen.

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