Angebot für Infarktpatienten : Neue "Intensivstation light"

Bei Fachkrankenpfleger Alex Stefan laufen die Fäden zusammen. Foto: Klink
2 von 2
Bei Fachkrankenpfleger Alex Stefan laufen die Fäden zusammen. Foto: Klink

Die Regio-Kliniken verbessern in Pinneberg ihr Angebot für Infarktpatienten. Bisher war die Intensivstation die Hälfte der Zeit voll belegt - eine Gefahr für Notfälle.

Avatar_shz von
22. Januar 2013, 03:05 Uhr

Pinneberg | Diese Premiere ist geglückt. Am Montag um 12 Uhr - kurz vor der öffentlichen Vorstellung der neuen Abteilung - ist Siegfried Olm als erster Patient in die Intermediate Care Station (IMC) im Pinneberger Regio-Klinikum gebracht worden. Mit dieser Überwachungsstation erweitern die Regio-Kliniken ihr Angebot für Patienten, die nicht intensivmedizinisch betreut werden müssen, allerdings auch noch nicht auf die normale Station verlegt werden können.
Olm ist quasi ein Musterpatient für die neue IMC. Er hatte einen Herzinfarkt, fühlt sich mittlerweile aber wieder kerngesund. Allerdings müssen seine Herzströme weiter kontrolliert werden. Bis gestern hätten die Regio-Kliniken dafür eins der zwölf Betten auf der Intensivstation reservieren und damit möglicherweise andere Patienten, die sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden, abweisen müssen.
"Beim Herzinfarkt zählt jede Minute"
Zu gesund für die Intensiv-, zu krank für die Allgemeinstation. "Intermediate Care ist vereinfacht gesagt eine Intensivstation light", erläuterte Anästhesie-Chefarzt Dr. Ernst-Peter Horn. Hauptzielgruppe sind laut Chefkardiologe Dr. Thomas Hofmann Infarkt-Patienten wie Olm. "Beim Herzinfarkt zählt jede Minute." Je schneller ein Betroffener in einem modern ausgestatteten Krankenhaus behandelt werden könne, desto größer seien seine Chancen, den Infarkt ohne wesentliche Beeinträchtigungen zu überleben.
Die Garantie, Infarktpatienten schnell und wohnortnah zu versorgen, konnten die Regio-Kliniken bislang nicht geben. Im Gegenteil. "Etwa die Hälfte der Zeit war die Intensivstation voll belegt, so dass wir sie bei der Leitstelle abmelden mussten", berichtete Horn. "Die IMC ist ein echter Qualitätssprung", betonte Horn. Denn die Folge der belegten Betten: Der Rettungsdienst konnte im Notfall nicht das Krankenhaus in Pinneberg ansteuern. Die Disponenten in der Leitstelle mussten Plätze in Hamburg suchen. Olaf Cordsen, Abteilungsleiter bei der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), der auch im Kreis Pinneberg den Rettungsdienst sicherstellt, freut sich denn auch über die acht zusätzlichen Betten in Pinneberg. "Das bedeutet weniger lange Fahrten und die Wagen sind damit auch wieder schneller für andere Notfalleinsätze verfügbar", sagte er.
Nicht nur Infarktpatienten gehören zur Zielgruppe für die neuen IMC. "Wir können dort neben der Herz- auch die Lungenfunktion überwachen. Zudem werden dort Patienten mit leichten Blutvergiftungen behandelt", sagte Hofmann. Während er noch einige Worte mit Olm wechselt, sitzt in einem benachbarten Zimmer Fachkrankenpfleger Alex Stefan. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Auf einem Monitor werden alle Vitalfunktionen der Patienten aufgezeigt. Bei Olm ist wieder alles in Ordnung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen