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Prozesse : Nach Liebes-Aus: Vergleich im Streit um Hunde

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Nach der Trennung bekommt eine Frau von ihrem Ex-Lebensgefährten 1500 Euro Unterhalt für die vier gemeinsamen Mischlingshunde. Darauf einigten sich die beiden Ex-Partner am Mittwoch in einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht München.

Der Mann muss den Betrag in monatlichen 100-Euro-Raten bezahlen.

Die Kosten pro erwachsenem Hund bezifferte das Gericht auf etwa 50 Euro monatlich plus Tierarzt. Allerdings sei es kaum zumutbar, «dass man für die Gesamtlebensdauer dieser Hunde den hälftigen Lebensunterhalt bezahlt», stellte der Vorsitzende klar. Nach einem Urteil des Pfälzischen Oberlandesgerichts musste ein Herrchen allerdings bis zum Tod des früheren gemeinsamen Hundes zahlen.

Auch im Ausland kämpften Paare nach der Trennung vor Gericht um ihre Lieblinge. In New York steckte ein Mann Zehntausende Dollar in den Prozess um den schlappohrigen Knuckles, den seine Ex «nach Kalifornien entführt» habe. In Frankreich, Belgien und Spanien - selbst in royalen Kreisen - ging es auch um Sorgerecht und Umgang mit dem Vierbeiner. So forderte 2005 der damalige Noch-Ehemann der niederländischen Prinzessin Margarita, Edwin de Roy van Zuydewijn, ein Besuchsrecht für den gemeinsamen Hund Paco.    

In dem Münchner Fall hatte die Frau, eine Rechtsanwältin, ihren Ex-Freund auf Zahlungen für Fressen und Tierarztbesuche verklagt. «Es geht darum, dass ein Mensch ein Tier anschafft und dann sagt: Ich habe keinen Bock mehr», sagte die Frau, die sich vor Gericht selbst vertrat.      

2009 hatte sich das Paar Wotan zugelegt, 2010 Cora. Im April 2011 warf Cora die Welpen Cesar und Lady. Nach der Trennung blieben die Tiere bei der Frau, nur Cesar hat sie inzwischen abgegeben. Der Mann habe zugesagt, sich weiter an den Kosten zu beteiligen und mit den Tieren Gassi zu gehen, sagt sie. Er argumentierte: «Ich darf keinerlei Umgang haben mit den Hunden. Wofür soll ich bezahlen?»

Das Landgericht München hatte die Unterhaltsklage abgewiesen, das OLG hatte aber Zweifel an den Schlüssen der Vorinstanz und schlug einen Vergleich vor.

Rechtlich gesehen sind Hunde Sachen. Bei Trennungen müssten Partner weiter Lasten und Kosten für gemeinsame Anschaffungen tragen, erläuterte der Vorsitzende. Die Anschaffung könne auch geteilt oder verkauft werden. «Dann wären die Viecher weg. Sie bräuchten sich auch nicht mehr drum kümmern.» Doch diese Lösung gefiel der Frau nicht.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 13:27 Uhr

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