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Gesetzliche Krankenversicherung : Nach Kritik: Was die Gesundheitskarte verrät

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Was ist auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert? Wieso ist das Foto so wichtig? Und kann ein Arzt die Behandlung ohne die neue Karte verweigern? shz.de gibt Antworten.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 12:34 Uhr

Hamburg | Anfang des Jahres wurde die elektronische Gesundheitskarte Pflicht - dabei ist sie illegal. Das geht aus einem juristischen Gutachten vor, über das zuerst das Hamburger Abendblatt berichtete. Der Vorwurf: Die gesetzlichen Krankenkassen verzichteten im Vorfeld darauf, die Fotos der Versicherten zu prüfen. Damit sei die Karte nutzlos. Die Verbraucherzentralen in Schleswig-Holstein und Hamburg beantworten Fragen zur neuen Gesundheitskarte.

Welche Daten werden auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert?

Auf der Karte befinden sich wie bisher nur die Stammdaten des Versicherten. Dazu gehören Angaben über Namen, Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus.

Was ist zukünftig noch geplant?

In der Zukunft sollen noch weitere Daten hinzukommen. Dazu gehören Informationen über die Notfalldaten, das elektronische Rezept sowie eine eventuelle Organspendeerklärung. Gleichzeitig soll die E-Card den Zugang zu einer elektronischen Patientenakte ermöglichen. Diese Daten über vorherige Erkrankungen sind aber nicht direkt auf der Karte gespeichert. Dafür ist sie mit einer Speicherkapazität von 65 Kilobytes zu klein. Doch sie ermöglicht den Zugang zu vernetzten Computern, auf denen die Patientenakte dann gespeichert ist.

Was ist also bisher neu an der Karte?

Die auffälligste Neuerung ist das Foto des Versicherten. So soll ein Missbrauch der Karte verhindert werden.

Gibt es Ausnahmen von der Foto-Pflicht?

Ja, Kinder unter 15 Jahren sind von der Pflicht ausgeschlossen. Versicherte, die bei der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können, müssen ebenfalls kein Foto auf ihrer Karte haben. Dazu gehören zum Beispiel Personen, die bettlägerig sind oder in geschlossenen Einrichtungen leben.

Ich habe noch keine elektronische Gesundheitskarte. Darf der Arzt eine Behandlung ablehnen?

Die elektronische Gesundheitskarte ist seit dem 1. Januar Pflicht. Doch die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen haben sich darauf verständigt, dass die Ärzte vorübergehend noch die alte Versichertenkarte akzeptieren. Verpflichtet ist der Arzt dazu allerdings nicht. Doch niemand muss befürchten, wegen einer fehlenden Gesundheitskarte nicht behandelt zu werden. Selbst wenn ein Arzt die alte Karte nicht akzeptiert, kann innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung ein gültiger Versicherungsnachweis nachgereicht werden

 
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