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Zahngesundheit : Nach dem Essen Zähne putzen

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Regelmäßige Lektionen bringen Kindergartenkindern in Neumünster eine gute Zahnpflege bei. Spielerisches Lernen nimmt ihnen auch die Angst vor dem Zahnarzt.

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2013 | 05:35 Uhr

Neumünster | Oh ja, Zähneputzen! Lara (6), Lieke (5), Amelina (5), Luca (4) und Jadon (5) müssen gar nicht lange gefragt werden. Das Quintett aus der roten Gruppe der Bonhoeffer-Kindertagesstätte in Neumünsters Stadtteil Ruthenberg flitzt ins Badezimmer, füllt seine Zahnputzbecher mit Wasser, drückt die Zahnpasta auf die Bürsten - und dann werden die Zähne mit Eifer "geschrubbt". Dass das jeden Tag sein muss, wissen alle - Karies-Prävention ist schon im Kita-Alter wichtig.

Warum soll man morgens und abends und nach dem Essen Zähne putzen? "Damit Karies und Bactus nicht kommen", sagt Lara. "Damit die Zähne nicht schlecht oder schwarz werden", meinen Lieke und Amelina. Die Erzieher in der Kita haben Vorbildfunktion - aber auch die Eltern. Zum Teil wird gemeinsam zu Hause geputzt. Jadon putzt die Zähne, "weil Mama das sagt". "Der Ablauf und der Rhythmus sind wichtig, so dass das Essen und das Zähneputzen zusammengehören, auch im Alltag", sagt Sandra Bruhn (43), seit 2000 Leiterin der Kita. Denn solche festen Grundregeln sind für sie etwas Elementares. Dabei sei es nicht wichtig, ob jeder Zahn gründlich geputzt werde.

Frühzeitiges Erlernen steht im Vordergrund

Genauso wie das Zähneputzen gehört es dazu, nach dem Gang auf die Toilette oder nach dem Essen die Hände zu waschen. Sandra Bruhn: "Wenn sie es jetzt nicht lernen, lernen sie es später sehr mühsam. Das muss ein Automatismus werden, und man muss auch nachgucken, ob die Kinder es auch wirklich machen." Damit das Lernen auch ein wenig lustig wird, kommen mindestens einmal im Jahr die Prophylaxe-Helferinnen der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) zur Förderung der Jugendzahnpflege vorbei.

Die LAG ist ein gemeinsames Projekt der niedergelassenen Zahnärzte, der Krankenkassen und des städtischen Gesundheitsamtes. Die Helferinnen spielen mit den Kindern und zeigen beispielsweise ein kleines Theaterstück. "Sie leisten ganz wertvolle Arbeit, denn die Kinder lernen so auf eine angemessene Art, eine gute Zahnpflege zu machen", sagt Dr. Alexandra Barth, die Leiterin des Gesundheitsamtes von Neumünster. Außerdem gibt es zwei Schulzahnärztinnen, die im Auftrag der Stadt regelmäßige Reihenuntersuchungen in Kitas und Schulen vornehmen und Eltern informieren, wenn das Kind zum Zahnarzt gehen sollte.

Auch an die Praxis-Situation gilt es sich zu gewöhnen

Dass die Prävention auch schon im Kita-Alter notwendig ist, lässt sich aus dem Zahngesundheitsbericht 2010/2011 ablesen. Zwar steigerte sich die Zahl der Kita-Kinder mit naturgesunden Zähnen von 58 Prozent (2004/05) auf 67 Prozent (2011). Doch Neumünster liegt mit 23 Prozent behandlungsbedürftigen Kindern über dem Landesdurchschnitt. In Bezirken mit hoher sozialer Belastung ist außerdem der Anteil der naturgesunden Zähne deutlich niedriger.

Darauf wird reagiert: "In den Einrichtungen mit erhöhtem Kariesrisiko wird selektiv die Prävention erhöht", heißt es im Bericht. Das bedeutet nicht nur Infostände für die Eltern in den Kitas, sondern auch, die Kinder an den Zahnarzt zu gewöhnen. Dafür gibt es im Gesundheitsamt einen Raum mit einem "Spielstuhl". Auf ihm können die Kinder Platz nehmen und Zahnarzt spielen - und die Angst verlieren.

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