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Ernährung & Gesundheit

17. Oktober 2017 | 09:57 Uhr

Momme hilft bei der Psychotherapie

vom

Tierischer Diako-Mitarbeiter hat freien Auslauf auf der Station, hilft bei Sitzungen und erfreut Patienten mit Tricks

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Flensburg | Der sechsjährige Labradorhund Momme arbeitet seit vier Jahren zusammen mit Sigrun Cosmos in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Diako Flensburg. Der Therapie-Begleithund und die gelernte Krankenschwester haben die neunmonatige Ausbildung an der Akademie für Therapie- und Behinderten begleit hunde in Kropp absolviert und unterstützen seitdem die Therapie von Frauen und Männern aller Altersgruppen. "Besonders junge, introvertierte Patienten mit Depressionen oder Demenz profitieren von der Zusammenarbeit mit dem Hund", sagt die Expertin.

Durch sein menschenfreundliches und zugängliches Wesen erleichtere Momme den Gesprächseinstieg in die Therapiesitzung und sorge für eine angenehme und ruhige Atmosphäre. Die Behandlungen finden dabei in Einzelsitzungen oder gemischten Gruppensitzungen statt, die Sigrun Cosmos leitet. Dabei weckt Momme bei den Patienten Gefühle und Erinnerungen und regt zum Erzählen an. "Den Patienten fällt es leicht, zum Tier Vertrauen zu entwickeln und sie lernen, durch verschiedene Übungen mit dem Hund Selbstbewusstsein aufzubauen", erklärt Cosmos.

Während in manchen Einzelsitzungen der Körperkontakt zwischen Patient und Hund im Vordergrund steht, zähle bei der Gruppentherapie "Zuhören, Erzählen, Erinnern" vor allem seine Anwesenheit. Auch das gegenseitige Vertrauen zwischen Therapeutin und Hund sei eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit.

Momme hat ein besonderes Einfühlungsvermögen den Menschen gegenüber. Er läuft frei auf der jeweiligen Station und sucht sich auch schon mal selbst einen Patienten (oder Mitarbeiter) aus. Momme bellt nicht und kann viele Tricks: Nicht nur Pfote geben oder sich hinlegen, auch Schuhbänder öffnen, Strümpfe ausziehen, Mülleimer, Zeitung, Einkäufe oder Leine tragen, Wäsche einsammeln und zur Waschmaschine bringen - alles kann er auf Kommando. So unterhält Momme die Patienten gern mit einer kleinen Showeinlage.

Bei der Behandlung von vier bis fünf Patienten am Tag zeigen Beschwichtigungssignale durch den Hund der Therapeutin, dass dieser eine Pause braucht. Dann ist ein Gang durch den nahen Stadtpark angezeigt. Bei Schlechtwetter zieht er sich in sein eigenes "Büro" zurück.

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