Mit Kindern in den Sommerurlaub

Reiseapotheke richtig packen / Statt Zäpfchen lieber Saft oder Tropfen mitnehmen

shz.de von
01. Juli 2015, 09:19 Uhr

Ein möglichst stressfreier Alltag mit Kindern will gut organisiert sein – das gleiche gilt für die Ferien. Wenn ein Familienmitglied im Urlaub krank wird, ist es mit Spaß und Erholung meist für alle vorbei. Um entspannt auf die Reise zu gehen, sollten sich Eltern auf alle Eventualitäten vorbereiten.

Dazu gehört, den Impfstatus aller Mitreisenden zu checken und eventuell aufzufrischen. Die Impfpässe gehören ins Handgepäck, genau wie Versichertenkarten und Reiseapotheke. Zumindest die wichtigsten Medikamente, besonders für chronisch kranke Kinder, sollten nicht im Koffer verstaut werden. Weil kleine Patienten viele Medikamente als Zäpfchen bekommen, die bei Hitze schmelzen, sind Tropfen oder Säfte sinnvoller. Außerdem sollte man sich informieren, wo am Urlaubsort der nächste Arzt sowie eine Apotheke zu erreichen sind.

„Kinder sind im Urlaub besonders anfällig und fangen sich schnell eine Erkältung oder Durchfall ein“, sagt Dr. Michael Dördelmann, Chef der Kinderklinik an der Flensburger Diako. Die Gewöhnung an die fremde Umgebung, ein anderes Klima und ungewohnte Speisen fällt ihnen oft schwerer als Erwachsenen. Für das Reisen mit Babys, die nicht gestillt werden, gilt: Fläschchen und Breie sollten mit Wasser aus Flaschen zubereitet werden. Leitungswasser ist tabu, denn häufig enthält es Keime, die Infektionen des Verdauungstraktes verursachen. Aus diesem Grund sollten alle Reisenden auch auf rohe Salate und Getränke mit Eiswürfeln verzichten. Eiskalte Speisen oder Getränke sollten vorsichtig dosiert werden: Sie belasten Magen und Darm. In tropischen Ländern enthält Eis außerdem oft krankmachende Keime. Bei Softeis und anderen Lebensmitteln, die rohes Ei enthalten (wie Majonaise), besteht erhöhte Salmonellengefahr. Dördelmann: „Generell ist es ratsam, mit Kindern keine Experimente mit ungewohnten oder exotischen Lebensmitteln zu versuchen.“

Besonders für Durchfall gilt: Kleinkinder, die alles anfassen und in den Mund nehmen, stecken sich schneller an als Erwachsene; Erkrankungen verlaufen bei ihnen unter Umständen schwerer. Weil ihr Flüssigkeitshaushalt anfälliger ist für Störungen, kann ein Wassermangel durch Durchfall, Schwitzen und Erbrechen schneller gefährlich werden. „Zu erkennen ist die Dehydrierung an trockenen Lippen, Kopfschmerzen, nachlassender Hautelastizität und dunklem Urin, eventuell auch unregelmäßiger Atmung“, sagt Dördelmann. In einem solchen Fall sollte das Kind viel Flüssigkeit – leichte Suppen oder Elektrolytlösungen – zu sich nehmen. Letztere gehören darum unbedingt in die Reiseapotheke (siehe Info-Kasten). Die Ursache von Fieber sollte stets vom Arzt abgeklärt werden, besonders in Malaria-Risikogebieten.

Mückenstiche, die in einigen Ferienregionen auch Infektionskrankheiten übertragen können, sind für Junge und Alte eine Plage. Kinder empfinden die Stiche aber oft als unangenehmer und lassen sich nur schwer vom Kratzen abhalten. Mögliche Folge: Die Hautstellen entzünden sich. Damit es nicht soweit kommt, empfehlen Kinderärzte gut verträgliche Insektenschutzmittel. Außerdem schützt leichte, helle Kleidung vor Stichen. Nachts sollten Kinder unter einem Moskitonetz schlafen oder in einem Raum mit geschützten Fenstern. Die Klimaanlage bleibt wegen der Erkältungsgefahr besser ausgeschaltet.

Um die empfindliche Kinderhaut vor der Sonne zu schützen, sind neben Sonnenbrille und Sonnenhut (mit Nackenschutz) Cremes mit Lichtschutzfaktor ab 30 notwendig. Zusätzlich schützt leichte Kleidung, die vor allem die Schultern bedeckt. Zwischen 11 und 15 Uhr sollten Kinder möglichst im Schatten bleiben. Babys sollten nie direkte Sonne abbekommen und auch bei Kleinkindern ist überwiegend Schatten wichtig.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen