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Blutspendeaktion in Itzehoe : Metal-Fans werden zur Ader gelassen

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Die Anzahl an Blutspender nimmt zunehmend ab. Das wollen "harte Typen" ändern. Das Wacken Open Air ruft zur Blutspendeaktion am Klinikum Itzehoe auf.

Itzehoe/Wacken | Laute Musik, schlechtes Wetter und Schlammschlachten - eigentlich kann die Fans des Wacken Open Air ja nichts mehr schocken. Doch ob sie wirklich so hart sind, wie es scheint, können sie am kommenden Freitag beweisen. Am 14. Juni, dem Weltblutspendetag, findet am Klinikum Itzehoe zum ersten Mal eine Spende-Aktion extra für Metalheads statt. Unter dem Motto "Spende Blut - zusammen mit dem WOA-Team" können sich Wacken-Fans von 7.30 bis 16 Uhr anzapfen lassen.
Geboren sei die Idee aus der Not heraus, wie Robert Adam vom Blutspendedienst am Klinikum erzählt. Denn: "Blutspender gibt es immer weniger, aber der Bedarf ist nach wie vor groß." Rund 15.000 Konserven würden jeden Tag in Deutschland gebraucht. Für die WOA-Organisatoren Grund genug, ihre Schäfchen zur Spende zu animieren. "Durch das Festival arbeiten wir mit dem Klinikum Itzehoe eng zusammen. So haben wir von diesem Notstand erfahren", so Veranstalter Holger Hübner. "Da wir wissen, dass wir uns auf unsere Metal-Community und ihr Engagement verlassen können, war für uns klar, dass wir das Klinikum unterstützen." Zusammen mit seinem Team wird er am Freitag mit von der Partie sein und sich selbst an die Nadel legen lassen.

Blut spenden und Insiderwissen fürs Festival bekommen

Aufgerufen sind aber nicht nur eingefleischte WOA-Liebhaber, sondern auch solche, die es werden wollen. Denn die Spender können die Gelegenheit nutzen, um sich bei den Veranstaltern über das Festival zu informieren. "Unsere Mitarbeiter wollen nicht nur mit gutem Beispiel voran gehen, sondern stehen auch für Fragen rund um das Festival zur Verfügung. So kann man Gutes tun und gleichzeitig noch Insiderwissen zum Festival bekommen", so Hübner.
Bis es soweit ist, haben Robert Adam und seine Kollegen noch einiges zu tun. Mit großen Plakaten und WOA-Shirts wollen sie für das richtige Wacken-Ambiente sorgen und schon jetzt ist eine Extra-Ration an Nadeln, Beuteln und Blutröhrchen bestellt. 150 Spender könnten sie damit bearbeiten. "Das ist ungefähr so viel, wie wir sonst in einer Woche verbrauchen."
Eine zusätzliche Liege im Spenderaum und eine Sonderschicht für alle Mitarbeiter sollen außerdem helfen, den Ansturm der blutrünstigen Metaler zu bewältigen. "An einem normalen Freitag haben wir rund 30 Spender, bei der Aktion rechnen wir ungefähr mit hundert", so Adam. Trotz guter Vorbereitung könne es deshalb zu Wartezeiten kommen. Und damit den WOA-Fans in dieser Zeit nicht langweilig wird, ist auch für Unterhaltung gesorgt. Auf einer Leinwand werden Wacken-Filme gezeigt und an einer Spielekonsole kann Luftgitarre gespielt werden. "Damit man mal so richtig abrocken kann", sagt Adam.
Um nach dem Aderlass wieder zu Käften kommen zu können, wird es einen "passenden" Imbiss geben, verrät Adam. Außerdem bekommt jeder Spender nicht nur den offiziellen WOA Blood Sponsor Aufnäher, sondern auch einen Gutschein über zehn Euro vom Merchandise Versandhandel EMP. Die Resonanz sei bisher durchweg positiv. "Viele haben gesagt, dass sie kommen wollen, auch von außerhalb", so Adam. Wer es deshalb nicht bis vier Uhr ins Klinikum schafft, braucht aber nicht zu Hause bleiben. "Wir machen so lange, bis wir alle versorgt haben", verspricht Adam. Doch egal wie viele es am Ende werden - "wir freuen uns auf ein bisschen metallisches Feeling hier."
> Infos unter www.einfachlebenretten.de oder www.wacken.com

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erstellt am 07.Jun.2013 | 06:07 Uhr

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