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Organtransplantation : Mehr Menschen sollen spenden

vom

12.000 Deutsche warten auf ein lebensrettendes Herz, eine Niere oder Bauchspeicheldrüse - oft mit tödlichem Ausgang. Eine neue Regelung zur Organspende soll das ändern.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2013 | 06:00 Uhr

Marne | Für Wolfgang Veit, Leiter des BDO (Bundesverband Der Organtransplantierten)-Regionalgruppe Schleswig-Holstein, ist es "ein wichtiger Schritt", dass der Gesetzgeber die Regelung geändert hat: Nach dem Transplantationsgesetz ersetzt seit dem 1. November 2012 in Deutschland die "Entscheidungslösung" die bisherige "erweiterte Zustimmungslösung".
"Diese Entwicklung ist wichtig, damit die Bevölkerung informiert wird und jeder die Gelegenheit hat, darüber nachzudenken, ob er Organspender werden möchte", sagt Veit. Durch umfassende Information soll jeder Bürger regelmäßig die Möglichkeit erhalten, sich mit einer möglichen Organspende zu befassen. Organspendeausweise und Informationsmaterial werden von den Krankenkassen alle zwei Jahre an alle Versicherten über 16 Jahren versendet. Und auch beim Erhalt eines neuen Personalausweises wird ein Organspendeausweis inklusive Informationsmaterial übergeben.

Verschiedene Möglichkeiten

In dem Ausweis kann jeder festlegen, ob er seine Organe ohne Ausnahme, mit Ausnahme oder aber nur ganz bestimmte Organe spenden möchte. Auch der Widerspruch zur Entnahme jeglicher Organe ist möglich. Zusätzlich kann auch eine Person angegeben werden, die im Fall der Fälle diese Entscheidung treffen soll. Die Kernidee des neuen Gesetzes ist, die Deutschen durch "sanften Druck" dazu zu bringen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Die Bereitschaft zur Organspende soll gesteigert, die Situation der 12.000 Wartelisten-Patienten verbessert werden.
Für Veit sollte jeder mal über eine Organspende nachgedacht haben. "Es kann ja jeden treffen und dann ist er auf eine Spende angewiesen", fügt Veit hinzu. "Man wird eher zum Empfänger eines Organs als zum Spender."

Zwei Voraussetzungen für Spender

Organspender müssen nur zwei Voraussetzungen erfüllen: Der Hirntod muss festgestellt sein und die Zustimmung zur Organspende muss vorliegen. Liegt keine Zustimmung vor und der Wille des möglichen Spenders ist nicht bekannt, besteht die Möglichkeit, dass die Hinterbliebenen um eine Entscheidung gebeten werden. Diese Entscheidung ist häufig mit Problemen verbunden, denn sie fällt den Verwandten in der Regel schwer. "Mir ist ein Nein lieber als gar nichts", sagt darum Wolfgang Veit. Er hat selbst im Jahr 2006 eine neue Lunge bekommen. "Das war wie ein zweites Leben"; erzählt er. Nun nutzt er seine ehrenamtliche Arbeit beim BDO als Ausgleich, um der Gesellschaft auch etwas zu geben.
Für die Empfänger eines Organs gibt es Wartelisten, die die Chancengleichheit bei der Organvergabe gewährleisten sollen. Der würdevolle Umgang mit dem Spender hat eine hohe Priorität. Genau wie bei Eingriffen bei lebenden Personen, werden Operationswunden wieder verschlossen und auch verbunden. So können sich die Angehörigen würdevoll verabschieden. Die Organspende hat keinen Einfluss auf eine zeitnahe Bestattung.

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