zur Navigation springen

Effektives Arbeiten : Medizin aus der High-Tech-Apotheke

vom

Die neue Imland-Klinikapotheke in Rendsburg liefert und produziert Medikamente für mehrere Tausend Patienten im Land.

Rendsburg | Sie ist Arzneimittelhersteller und modernes Logistikunternehmen in einem: Seit wenigen Monaten ist die neue Imland-Klinikapotheke in Betrieb. In einem Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Eiderkaserne stellen Automaten und geschulte Mitarbeiter jeden Tag die Medikamente für Patienten in etwa 3.500 Klinikbetten zusammen.
Gleichzeitig werden in eigenen Laboratorien Arzneimittel produziert, darunter Infusionslösungen, Salben, Kapseln, Emulsionen und Zytostatika zur Chemotherapie bei Krebs. Beliefert werden an drei Tagen in der Woche Krankenhäuser unter anderem an den Standorten Eckernförde, Heide, Brunsbüttel, Itzehoe, Glückstadt, Eutin, Oldenburg und Burg auf Fehmarn. Der Umsatz der Rendsburger Klinikapotheke beträgt mehr als 30 Millionen Euro im Jahr.

Strenggeregelter Arbeitsplatz

Im Schatten der Imland-Klinik ist ein kleiner Industriebetrieb entstanden. In ihm wird peinlich genau auf Sicherheit, Genauigkeit und Hygiene geachtet. Die Vorstellung, ein Apotheker sitzt in einem Hinterzimmer, zerkleinert in einem Mörser Kräuter und lässt die dann über einer Flamme köcheln, ist ebenso romantisch wie falsch. Wer durch den streng gesicherten Sterilbereich geführt wird, fühlt sich eher an ein Raumschiff erinnert.
Jedes Reagenzglas, jeder Infusionsbeutel hat seinen Platz, jeder Arbeitsgang wird Schritt für Schritt dokumentiert. Wer in bestimmte Räume will, muss zum Teil mehrere Schleusen passieren. Ein System zur Qualitätssicherung schreibt für das Betreten und Verlassen der Labore die Abläufe vor. Im so genannten Reinraumbereich, in dem vor allem Injektionen und Infusionen hergestellt werden, wird die Luft aufwändig gefiltert und klimatisiert. Der Luftdruck lässt sich für jeden Raum separat regulieren. Die dafür notwendige Anlage steht in einem benachbarten Teil des Gebäudes - sie hat die Ausmaße eines Reisebusses.

Effektiveres Arbeiten in der Kaserne

39 Mitarbeiter sind in der Klinikapotheke beschäftigt - unter ihnen Apotheker, pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA), pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten (PKA) und Hilfskräfte. Im Turnhallen-großen Verteilzentrum - Fachbezeichnung: Offizin - werden vorwiegend apothekenpflichtige Medikamente für die Auslieferung vorbereitet. Pro Ausgabetag verlassen etwa 10.000 Packungen in 260 Arzneimittelkisten und 350 -Kartons (Infusionslösungen) das Gelände.
In den Regalen befinden sich 2.100 unterschiedliche Artikel - von Aspirin bis zum Antibiotikum Zyvoxid. "Wir müssen den Vorrat von zwei Wochen vorhalten, das schreibt die Apothekenbetriebsordnung vor", sagt Matthias Klein (52), der Leiter der Klinikapotheke. Mit dem Umzug in das neue Gebäude können in gleicher Zeit viermal so viele Aufträge wie früher bearbeitet werden. Darüber freut sich insbesondere Udo Blöcker, der kaufmännische Leiter der Imland-Klinik. "Wir können jetzt wirtschaftlicher agieren und möchten weitere Häuser beliefern", sagt er. "Die Gespräche laufen bereits."
Ein weiterer Schwerpunkt der Klinikapotheke ist die Beratung der Mediziner in den versorgten Häusern. Die Rolle der Apotheke als Partner des Arztes soll gestärkt werden.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Dez.2012 | 01:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen