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Organtransplantation : Manipulation wird bestraft

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Der Skandal um die Organvergabe hat die Spenderzahlen einbrechen lassen. Kurz vor der Sommerpause hat der Bundestag grünes Licht für härtere Strafen gegeben.

Rund zehn Monate nach dem Auffliegen des Skandals bei der Organvergabe sollen solche schweren Betrügereien besser bestraft werden können. Mit der von allen Fraktionen getragenen Änderung des Transplantationsgesetzes sollen falsche Angaben zu den Patienten, die auf ein Organ warten, gesetzlich verboten werden. Das hat der Bundestag Ende vergangener Woche in Berlin beschlossen.
Der Verstoß gegen dieses Verbot soll mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bewehrt werden. Es gilt als sicher, dass der Bundesrat das Gesetz passieren lässt.
Zudem müssen die einschlägigen Richtlinien der Bundesärztekammer zum Thema künftig vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden. Dadurch würden die Richtlinien transparent und überprüfbar, so das Ministerium. Ressortchef Daniel Bahr (FDP) sagte, Manipulationen wie in der Vergangenheit seien nicht mehr möglich.

Täglich drei Tote

Infolge des Transplantationsskandals war die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr bundesweit um 12,8 Prozent auf 1046 zurückgegangen. Im ersten Quartal 2013 gab es ein Minus um 18 Prozent auf 230. Von den 12.000 Menschen auf der Warteliste sterben laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) täglich drei, weil es kein passendes Organ gibt.
Im Juli 2012 war bekanntgeworden, dass ein Göttinger Arzt von 2009 bis 2011 planmäßig falsche Gesundheitsdaten von Patienten des Uniklinikums gemeldet haben soll, damit die eigenen Patienten beim Empfang einer Spenderleber bevorzugt werden. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft wirft dem Medizinprofessor unter anderem versuchten Totschlag in mehreren Fällen vor. Auch an anderen Kliniken hat es Manipulationen gegeben.

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erstellt am 19.Jun.2013 | 05:55 Uhr

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