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Ernährung & Gesundheit

14. Dezember 2017 | 00:26 Uhr

Gesund essen : Lieber Gemüse als Pizza

vom

26 Prozent der Norddeutschen fehlt das nötige Wissen für die richtige Ernährung. Doch gesundes Lebensmittel müssen nicht teuer sein - im Gegenteil.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2013 | 05:27 Uhr

Kiel | Jedem dritten Bürger in Schleswig-Holstein fehlt das Geld, um sich gesund zu ernähren. Das zeigt die Ernährungsstudie "Iss was, Deutschland" der Techniker Krankenkasse (TK) auf Basis einer aktuellen Forsa-Umfrage. Trotz des Booms bei den TV-Kochshows hat für mehr als jeden Zweiten das Essen keinen hohen Stellenwert in ihrem Leben - "Hauptsache satt" lautet ihr Motto.
26 Prozent der Norddeutschen fehlt das nötige Wissen für eine gesunde Ernährung. Regelmäßig selber kocht nur noch jeder dritte Befragte. Kein Wunder, dass 32 Prozent mindestens einmal in der Woche zu Fertigprodukten greifen - bei zwölf Prozent kommen sogar mehrmals in der Woche Tiefkühlpizza, Dosensuppen und Fertig-Lasagne auf den Tisch. Margret Morlo, Sprecherin vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED), hält nichts von diesen Produkten. Diese seien ungesund und letztendlich viel teurer als Obst und Gemüse, sagt sie. Das Hauptproblem sei aber, dass die meisten Menschen nicht wüssten, wie sie sich preiswert gut ernähren können. "Mit wenigen Zutaten kann man schon einen großen Topf Gemüsesuppe kochen", erklärt sie. "Doch dazu muss man wissen, wie man sie zubereitet."

Saisonales Gemüse ist günstiger

Laut Morlo ist eine gesunde Ernährung aber auch mit wenig Geld möglich: Mit der Reduzierung des Fleischkonsums zum Beispiel. Die Diätassistentin rechnet vor, dass die Verbraucher schon einiges einsparen, wenn sie nur ein bis zwei Mal pro Woche Fleisch essen. Oft würde nämlich jeden Tag Würsten oder ein Kotelett gebraten. Außerdem empfiehlt sie, saisonales Gemüse zu kaufen. "Wenn man im Winter Erdbeeren isst, sind sie nicht nur teuer, sondern schmecken auch nicht so gut", stellt sie klar. "Deshalb sollten sie im Sommer verzehrt werden." Auch bei Milchprodukten könne man den Geldbeutel schonen - etwa mit sogenannten No-Name-Artikeln. Der Preis des Joghurts von der Hausmarke eines Supermarktes ist nämlich weitaus geringer als der eines Markenproduktes.
Die Krankenkassen gehen ebenfalls gegen das Problem der Ernährung an. "Wenn wir eine Gesellschaft wollen, die länger und gesünder lebt, müssen wir uns stärker darum kümmern, was wir essen und wie wir essen", betont Volker Clasen, Sprecher der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. Die Krankenkassen bieten hierzu mit ihren Ernährungskursen eine erste Unterstützung. Morlo findet es sinnvoll, die jungen Generationen schon im Kindergarten und in der Schule mit dem Kochen vertraut zu machen. Denn von dem, was man dort lerne, würde man für den Rest des Lebens profitieren.

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