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"Es betrifft Dich" : Leser-Fragen zum Thema Schlaganfall

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Wie reagiere ich auf die Warnzeichen eines Schlaganfalls? Und welche Spätfolgen kann ein Hirnschlag haben? Dr. Henning Stolze beantwortet Leser-Fragen.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
Lähmungserscheinungen an Arm, Bein oder im Gesicht, zum Beispiel ein herabhängender Mundwinkel, plötzliche Sprachprobleme, Gleichgewichts- oder Sehstörungen – plötzliche Blindheit auf einem Auge oder ein Gesichtsfeldausfall – sind mögliche Anzeichen für einen Schlaganfall. Besteht der Verdacht eines Schlaganfalls bei einer anderen Person, so sollten drei Aufgaben gestellt werden: einfaches Lächeln, gleichzeitiges Heben beider Arme und das Nachsprechen eines einfachen Satzes. Bereiten diese einfachen Aufgaben Mühe, so kann das auf einen Schlaganfall hindeuten.
Was kann man machen bei Warnzeichen?
Bitte nicht lange warten: Treten solche Symptome auf, rufen Sie sofort die Notrufnummer 112. Sagen Sie dem Rettungsdienst, dass ein Schlaganfall vorliegen könnte. Der Patient muss mit dem Rettungswagen sofort ins Krankenhaus, idealerweise in eine Klinik mit angeschlossener Spezialabteilung, der sogenannten Stroke Unit. Ganz wichtig ist, dass der Patient nach Auftreten der ersten Symptome nichts mehr isst oder trinkt, da Schluckstörungen auftreten können, die im schlimmsten Fall zum Ersticken führen können – also auch keine Aspirin einnehmen.
Was können die Ärzte im Krankenhaus machen?
Die häufigste Ursache für einen Schlaganfall ist ein Blutgerinnsel, das oft mit der so genannten Lyse-Behandlung aufgelöst werden kann. Gerade bei Patienten, bei denen ein Blutgerinnsel ein großes Gefäß des Gehirns verschließt, ist die Thrombektomie wirkungsvoll: Dabei wird mit einem Katheter das Gerinnsel im Gehirn mechanisch entfernt. Auch hier zählt die Zeit: Eine solche Behandlung ist nur bis 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome möglich. Unbehandelt kann der Schlaganfall lebensbedrohlich sein. Die Erkrankung ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.
Mit welchen Spätfolgen muss man nach einem Schlaganfall rechnen?
Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderungen. Ein früher Rehabilitationsbeginn noch im Krankenhaus trägt häufig dazu bei, dass sich die anfänglichen Beeinträchtigungen deutlich bessern. Im Zusammenspiel von Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie und entsprechender Übungen können verloren gegangene Fähigkeiten – zumindest teilweise – wiedererlangt werden.

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erstellt am 18.Apr.2012 | 11:13 Uhr

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