Kinderernährung : Lecker, Gemüse!

Heute helfe ich mit: Beteiligt man Kinder am Kochen, essen sie Gesundes lieber. Foto: fotolia
Heute helfe ich mit: Beteiligt man Kinder am Kochen, essen sie Gesundes lieber. Foto: fotolia

Gesund soll mein Kind essen – doch wie schaffe ich das?

Hier gibt es Tipps, wie Eltern ihren Kindern Gutes schmackhaft machen.

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18. November 2012, 08:49 Uhr

Flensburg | Es ist eine Herausforderung, aber keine Sache der Unmöglichkeit. Wie kann man Kinder am besten motivieren, sich gesund zu ernähren?
Vorbild sein
Trinkt Papa ein Glas Cola nach dem anderen, versteht kein Kind, weshalb es das nicht auch darf. Und wenn es darf, dann will es auch. Die Vorbildfunktion der Eltern ist immens wichtig. Natürlich auch aus praktischen Gründen: Wenn keine Chips im Haus sind, werden sie auch nicht gegessen.
Nicht dogmatisch sein
Natürlich ist der Schokokuchen zum Geburtstag in Ordnung, und gelegentlich darf es auch Mc Donald’s sein. Es sollte aber nicht als Highlight verkauft werden.
Essen ist kein Erziehungsmittel
Man sollte sein Kind nicht mit Süßigkeiten belohnen oder trösten. Verbinden Kinder Schokolade mit Zuwendung und Trost, naschen sie oft auch als Erwachsene, um sich besser zu fühlen.
Gesund ist normal
Eltern sollten gesundes Essen nicht ständig thematisieren ("Heute essen wir mal ganz gesund"), sondern als etwas Normales auf den Tisch bringen. Im Vordergrund steht der Genuss.
Früh anfangen
Eltern sollten ihrem Kind von Beginn an alles anbieten und es neugierig machen. Ein häufiger Fehler ist, dass Kindern einige Lebensmittel wie Naturjoghurt oder Schwarzbrot gar nicht erst angeboten werden, im Glauben, sie vertragen oder mögen es nicht.
Konsequent sein
Manchmal helfen hausinterne Regeln, die dann auch befolgt werden müssen: Darf das Kind nur sonntags ein Nutellabrot oder den Joghurt erst zum Nachtisch, bleibt es dabei.
Kinder Essen erleben lassen
Kinder sollten am Essen riechen, es abtasten, es auch mal auseinander nehmen dürfen, damit sie wissen, was sie essen.
Vorlieben beachten
Kinder essen Gemüse häufig lieber roh und getrennt als miteinander vermischt. Spaß machen kann eine Verkostung: Mit geschlossenen Augen probiert das Kind zum Beispiel unterschiedliches Brot und sagt, welches ihm am besten schmeckt.
Gesundes untermischen
Man kann etwa Obst in Quarkspeisen geben oder Smoothies selbst machen. Gemüse oder Obst lassen sich gut aufs Brot legen (gebratene Banane auf getoastetem Vollkornbrot, Birne auf Frischkäsebrötchen).
Das Auge isst mit
Wasser wird durch schöne Gläser, Strohhalme oder Melissenblätter attraktiver, gesundes Müsli im hübschen Glas und Essen auf einem liebevoll gedeckten Tisch.
Kinder einbeziehen
Wenn man Kindern beim Einkaufen die Waren erklärt, sie selbst schnibbeln oder bei der Tischdekoration helfen lässt, haben sie mehr Freude am Essen.
Nicht zwingen
Eltern sollten Kinder nicht zwingen, unbedingt alles zu probieren. Manchmal ist es entspannter, ein halbes Jahr zu warten, Dinge immer wieder anzubieten und selber zu zeigen, dass man sie gerne isst.

In Zusammenarbeit mit Dr. Petra Schulze-Lohmann, wissenschaftliche Leiterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Schleswig-Holstein.

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